ALTE KIRCHENBÄNKE ZU BRENNHOLZ

Sanierung des Jeseriger Gotteshauses geht voran / Helle Farben im Innern

HEIKO HESSE

JESERIG Die Bänke sind Bruch, aber immer noch zu schade, um sie wegzuwerfen. Deshalb packt Erich Schulze zu, zerlegt das Kirchengestühl mit wenigen geschickten Griffen und einer Kreissäge und verwandelt sie in Brennholz. Nach und nach, wie es die Kräfte zulassen. Der Küster der Jeseriger Kirche ist 81. Die Bänke seien dermaßen verfault gewesen, "die waren nicht mehr zu retten", erläutert Pfarrerin Annette Sachse. In Abstimmung mit der Denkmalpflege des Kreises soll das Gotteshaus bequemere Bänke erhalten. Als Vorbild hierfür dienen vorhandene Bänke, "von denen wir nicht genau wissen, warum sie sich von den anderen unterschieden".

Im Herbst soll die Sanierung der Jeseriger Kirche im Innern abgeschlossen sein. Die Wände, die ein gutes Jahr teils ohne Putz dastanden, seien gut ausgetrocknet, versichert Architekt Wilfried Ziem. In der kommenden Woche soll damit begonnen werden, einen neuen Putz aufzutragen. Das Fenster, das kürzlich auf der Seite zur Schulstraße herausgenommen wurde, diene als Muster für den Bau von vier neuen Fenstern. Die übrigen Fenster könnten saniert werden. "Alles was noch brauchbar ist, verwenden wir auch", betont Ziem.

Eine wahre Perle sei die künftige Farbgebung, freut sich die Pfarrerin. Wenn die Holzdecke im Schiff erst einmal weiß gestrichen sei, "wirkt der Raum nicht mehr so gedrückt". Der untere Teil der Wände soll in einem leichten Grün gestrichen werden, der obere Teil in einem zarten Gelb. Die Säulen würden einen rotmarmorierten Anstrich erhalten. Mit etwas goldener Farbe sollen die Kanzel, das Kreuz und der Orgelprospekt betont werden. "Alles wird heller und freundlicher", sagt Annette Sachse.

Rund 45 000 Euro koste die Innensanierung. Hier habe der Kirchenkreis Lehnin-Belzig mit 23 000 Euro geholfen. Die Außenarbeiten, dazu gehören auch die Fenster, schlügen mit etwa 47 000 Euro zu Buche. Die Hälfte stamme aus Mitteln des Staatskirchenvertrages. Die andere Hälfte teilten sich Landeskirche, Kirchenkreis und Kirchengemeinde gleichermaßen. Sämtliche Arbeiten seien in diesem Jahr indes nicht zu schaffen. "Der Außenanstrich folgt im kommenden Jahr", kündigt Ziem an.

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