Fotos von Kirchen in Brandenburg

bie. BAD HOMBURG. Kleine Fachwerkhäuschen, die erst auf den zweiten Blick ein Turm verdächtig macht, gedrungene Feldsteinbauten, ein von Schinkel entworfenes Exemplar oder gotische Backsteinbauten: Die Vielfalt ist groß unter den 1400 Dorfkirchen, die sich im ganzen Land Brandenburg finden. Bei erstaunlich vielen reicht die Geschichte des Bauwerks bis ins Hochmittelalter zurück. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren die meisten 40 Jahre lang dem Verfall ausgesetzt, doch seit dem Ende der DDR ist inzwischen die Hälfte saniert worden. Dennoch sind 200 weiterhin akut in der Substanz bedroht. Dem entgegenzuwirken, hat sich der überkonfessionelle Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg vorgenommen, der bei der Gründung lokaler Fördervereine und dem Spendensammeln hilft oder erste Mittel für die Erhaltung bereitstellt. Dabei arbeitet er mit dem brandenburgischen Kultusmministerium und der Amtskirche zusammen.

Auf sein Anliegen macht der Verein seit zwei Jahren mit der Ausstellung "Gefährdete Schönheiten - Dorfkirchen in Brandenburg" aufmerksam, die heute um 18 Uhr im Gotischen Haus, Tannenwaldweg 102, eröffnet wird. Auf großformatigen Fotos sind viele Beispiele der meist schlichten, je nach Vermögen des Gutsherrn aber auch verschwenderisch ausgestatteten Kirchen zu sehen. Zur Eröffnung führt der Vortrag "Brandenburg und seine Kirchenlandschaft" in das Thema ein. Am 28. Juni um 19 Uhr steht außerdem ein Lichtbildvortrag mit dem Titel "Wie viele Kirchen braucht das Land? Dorfgemeinschaften kämpfen um ihre Kirche" auf dem Programm.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Juli dienstags, donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr, mittwochs von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr zu sehen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Juni 2006

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