"Die Arbeit hört nie auf"

Dankgottesdienste in den Dorfkirchen von Grube und Uetz

Für die Kirchengemeinde in Grube gab es am Sonnabend allen Grund, ihr 260-jähriges Jubiläum fröhlich zu feiern. Große Blumensträuße schmückten den frisch restaurierten Altar. Die kleine Orgel klang wieder voll und rein, und der Kirchenraum war fast so eng besetzt wie zu Weihnachten. Oberbürgermeister Jann Jakobs nahm an dem Festgottesdienst teil und bekam als Dank für das Engagement der Stadt bei den Restaurierungsarbeiten, eine der endlich ausrangierten Zinkpfeifen geschenkt. Für die Orgel wurden Lottomittel verwendet. Die Restaurierung des Altars in der originalen Farbfassung (weiß mit hellen Holzbordüren) hatte die Denkmalschutzbehörde mit 5280 Euro gefördert. Als Gastredner sprach der Superintendent i.R. Leopold Esselbach. Er forderte die Gläubigen auf, aus der 260-jährigen Geschichte zu lernen und sich den heutigen Herausforderungen zu stellen. So sei es nötig, dass kirchliche Arbeit wieder mehr durch Ehrenamtliche ausgeführt werde, sagte er. Dies sei nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch dem christlichen Geist der Gemeinde zuträglich. Für die 90 Mitglieder in Grube scheint diese Aufforderung kaum nötig zu sein, denn ihnen ist die Kirche nahe. Der 69-jährige Arno Zinnow zum Beispiel wurde hier getauft und hat schon mit zwölf den Blasebalg der Orgel bedient. Heute läutet er die Turmglocke bei allen Begräbnissen und verwahrt die Kirchenschlüssel. Sibylle Ahrens spielt, wenn es sein muss, sogar bei minus 15 Grad auf der eisigen Orgel. Doch trotz des Engagements und der Fortschritte, die Arbeit höre nie auf, seufzt Gemeindekirchenratsmitglied Christiane Uhle. Als nächstes ist die Instandsetzung der Fenster geplant und dafür müssen erneut Spenden gesammelt werden.

Mit einem weiteren Dankgottesdienst wurde gestern die Erneuerung der Dorfkirche in Uetz gefeiert. Nach dem Dach mit dem Wetterhahn ist dort nun auch die über lange Zeit stumme Glocke mit ihrem neuen Uhrläutwerk in Betrieb. Die Ziffernblätter der Uhr konnten mit Hilfe von Spenden erneuert werden. Freude herrscht in Uetz nicht zuletzt wegen der ebenfalls mit Spendenhilfe grundsanierten historischen Schuke-Orgel. cs

Märkische Allgemeine vom 19. Juni 2006

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