GOTTESHAUS SOLL ENTWIDMET WERDEN / ATELIER ODER ARCHITEKTENBÜRO DENKBAR

Briester Kirche zu verkaufen

 Kirche Briest

BRIEST Die evangelische Kirchengemeinde Plaue trennt sich von der Dorfkirche in Briest. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude soll entwidmet und verkauft werden. Entsprechende Pläne bestätigte der amtierende Superintendent im Kirchenkreis Brandenburg, Uwe Teichmann. "Die Trennung tut uns extrem weh. Doch muss die Entscheidung in Verantwortung für andere Kirchenbauten gesehen werden. Wir können uns bei der Unterhaltung nur noch auf die wesentlichen Gebäude konzentrieren", sagte Teichmann.

Im 1888/89 errichteten Gotteshaus besteht hoher Restaurierungsbedarf - vor allem am Dach, am Mauerwerk und am Turm. Zum Jahreswechsel musste kurzzeitig die Nutzung wegen schwerer Baumängel unterbrochen werden. Die Kirchengemeinde finanzierte eine erste Sanierungsmaßnahme. "Weitere Arbeiten würden die Finanzkraft übersteigen", so Pfarrerin Christiane Beutel. Vor drei Jahren fusionierten die Briester Christen mit der Kirchengemeinde Plaue. In Briest selbst gebe es nur noch eine Hand voll Kirchgänger. Auch aus diesem Grund sei eine weitere kirchliche Nutzung mit allen Folgekosten nicht mehr zu vertreten, gibt die Pfarrerin zu bedenken. Der geplanten Entwidmung, die nach einer Frist von sechs Monaten erfolgen soll, liegt ein Beschluss des Gemeindekirchenrates zu Grunde.

Die evangelische Kirche will das Gebäude nicht selbst verkaufen, sondern zunächst der Stadt Havelsee übertragen. Die Kommune wird zum Vertragspartner für mögliche Interessenten. Zusammen mit der Kirche wird das benachbarte alte Schulhaus zum Verkauf angeboten. Bürgermeister Günter Noack sieht damit eine "ideale Wirkungsstätte" zum Beispiel für Gewerbetreibende, die die Kirche als Atelier oder Architektenbüro und die alte Schule/Küsterei als Wohnhaus nutzen können. Die künftige Nutzung der Briester Kirche solle dem Charakter des Gebäudes entsprechen, sagte Noack auf Nachfrage. Überlegungen, die Kirche gemeinsam von Kommune und Kirche zu nutzen, hatten sich zerschlagen. Die Stadt Havelsee sieht keinen Bedarf. Auch ist ein Förderverein nicht in Sicht, der das Gotteshaus, wie zum Beispiel in Saaringen, in eigene Verantwortung übernehmen würde. "Deshalb unterstützen wir die Kirche beim Verkauf des Ensembles. Denn von einem weiteren Verfall hat niemand etwas", so Bürgermeister Noack. Superintendent Teichmann lobt denn auch das "sehr gute Miteinander" von Kirche und Kommune, um dem Briester Gotteshaus wieder eine Zukunft zu geben. Interessenten gibt es bislang noch nicht. bü

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