Rüdersdorfer Kirche Kalkberge: Die ersten Pfeifen der Orgel klingen schon wieder

Rüdersdorfer Kirche Kalkberge

Rüdersdorf (MOZ) Am 8. Juli wird in der Kalkberger Kirche das Eröffnungskonzert mit der neuen Orgel stattfinden. Derzeit sind die Orgelbauer der Firma Karl Schuke dabei, das aus Leverkusen stammende Gebraucht-Instrument zu installieren.

Seit einigen Tagen sind die Berliner Orgelbauer in Rüdersdorf am Wirken. Das "Haus", das Gehäuse, ist aufgebaut, die ersten Pfeifen, die schweren Mahagoni-Principale, und etliche kleinere Holz-Körper sowie Blasebalge und Motor sind installiert. In der nächsten Woche werden die Berliner das Gros der Metallpfeifen aus Blei und Zinn anbringen und dann mit dem Stimmen beginnen.

Montags bis donnerstags von 7 bis 18 Uhr sind die Orgelbauer in der Kirche anzutreffen. "Ich schaue immer mal vorbei, wenn ich Zeit habe", sagt Pfarrer Ringo Effenberger. Auch die Rüdersdorfer können sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten machen. "Die Teile, die unten gelagert waren, sind inzwischen eingebaut. Die Leute können ruhig gucken kommen", so der Pfarrer. Eine Klasse aus der Grundschule hat am Donnerstag davon Gebrauch gemacht, am Freitag waren Tischlerlehrlinge vom CJD angesagt, so Effenberger.

Er zeigt ein Stück Bewunderung für die Kenntnisse der Gäste auf Zeit. Zwar haben die beim Abbauen die Kisten mit den Einzelteilen beschriftet und nummeriert, bis auf eine Bauzeichnung der Orgel haben sie jedoch keine Unterlagen. Dabei muss gerade bei der Mechanik alles stimmen, damit sich bei einem Tastendruck auch das richtige Ventil öffnet.

Effenberger lobt zugleich den Einsatz ehrenamtlicher Helfer aus dem Ort. So hat Burghard Schmid, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und gelernter Elektriker, die Elektrik für das Instrument installiert. Und Markus Szary hat nicht nur beim Abbauen und Auf- und Abladen geholfen. Er stellt die Schnitzereien an den Balkenköpfen originalgetreu wieder her, nachdem die alten Balken aus statischen Gründen durch stärkere ersetzt worden waren. Immerhin wiegt die Orgel rund drei Tonnen. Deshalb wurden auf der Empore zusätzliche Bohlen zum Druckausgleich aufgelegt, so dass das Instrument jetzt auf einem kleinen Podest steht. "Es wirkt noch etwas größer als auf den Fotomontagen, wahrscheinlich durch die Dreidimensionalität", sagt der Pfarrer.

Er ist zuversichtlich, dass noch einige Spenden auf das Konto fließen. Bislang haben Bürger, Vereine, Institutionen und Betriebe mehr als 21 000 Euro zusammengetragen. Damit ist die Summe, die zunächst benötigt wird, fast erreicht. "Eigentlich fehlen uns aber noch rund 25 000 Euro", verweist Effenberger darauf, dass ein Teil der Gesamtkosten von nunmehr rund 66 000 Euro - durch die Verstärkung der Empore ist das Projekt etwas teurer geworden - nur von der Kirchengemeinde vorgestreckt ist.

Bei einem Konzert am 8. Juli um 19.30 Uhr wird nach mehr als 60 Jahren erstmals wieder eine Orgel in Kalkberge erklingen. Bedienen wird sie der Kantor aus Leverkusen. Auch weitere Gäste aus dem Rheinischen werden erwartet. Am 17. Juli sind dann die Thüringer Sängerknaben in Rüdersdorf zu Gast: Für die 8- bis 18-Jährigen sucht Effenberger noch Quartiere.

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