Kirche mit der kleinsten Hollenbachorgel

Im bereits sanierten Gotteshaus ist jetzt das Instrument an der Reihe

Die kleine Kirche mitten auf dem Dorfplatz in Rägelin ist 300 Jahre alt. Ihre Eingangstür ist so niedrig, dass auch kleinere Besucher den Kopf einziehen müssen. In den Jahren 1997 bis 1999 wurde das Gotteshaus komplett saniert: von innen und von außen. "Wir haben damals alle Fördertöpfe angezapft", sagt Frank Pein, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Insgesamt sind mehr als 200 000 Euro in die Sanierung geflossen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Blickpunkt ist der Altar der kleinen Fachwerkkirche.

Besonderes Kleinod der Rägeliner ist die Hollenbachorgel. "Die kleinste, die Hollenbach je gebaut hat", weiß Frank Pein. Zurzeit wird sie restauriert. Der Amerikaner John Barr, Wiederentdecker der Hollenbachorgeln, versucht sich daran. Pein hofft, dass die Orgel im Frühjahr fertig ist und das Gotteshaus dann vielleicht auch "multikulturell" nutzbar ist, für Konzerte und andere Veranstaltungen. Dafür hätten die Rägeliner auch noch gerne eine Toilette und eine kleine Teeküche. Platz dafür gäbe es unter der Winterkirche. Doch das kostet Geld. Den soll der Verkauf der bereits entwidmeten Kirche in Darsikow bringen. Damit kämen die Rägeliner der Verwirklichung der Pläne ein ganzes Stück näher.

Insgesamt hat Rägelin 156 Gemeindeglieder. Am Reformationstag im vergangenen Jahr haben sich die Kirchengemeinden Katerbow, Netzeband, Frankendorf und Rägelin zur Kirchengemeinde Temnitzquell mit insgesamt 367 Gemeindegliedern zusammengeschlossen. Wie die Kommunen, so fusioniert auch die Kirche, erklärt Pein. Zurzeit sind zehn Rägeliner im Gemeindekirchenrat, der sich alle sechs Wochen zur Sitzung trifft.

Der Gottesdienst, der alle zwei Wochen in Rägelin gefeiert wird, ist nicht so gut besucht - zehn bis 15 Gläubige kommen regelmäßig, schätzt Pein. Nur zum Heiligabend, bei Hochzeiten und Beerdigungen sei die Kirche, in der etwa 140 Besucher Platz finden, voll. In der kalten Jahreszeit steht die beheizte Winterkirche den Gläubigen zur Verfügung. Dort findet auch der Seniorennachmittag statt.

"Wir sind zufrieden, dass wir es warm haben", sagt Frank Pein. Obwohl: "Neue Stühle wären hier auch ein Thema", sagt der Gemeindekirchenratsvorsitzende. Aber man müsse Prioritäten setzen. Und da stünden eine Teeküche und eine Toilette an erster Stelle. ds

Märkische Allgemeine vom 15. März 2006

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