ZIERDE UNTER DICKER STAUBSCHICHT

Pfarrer Teubner sucht Sponsoren zur Deckenrestaurierung in der Dorfkirche Kirchmöser

ANDRÉ WIRSING

 Ausguck nach Sponsoren
Ausguck nach Sponsoren: Pfarrer Friedrich Teubner will mit Hilfe von privaten Geldgebern die 105 bemalten Holzfelder der Dorfkirche in Kirchmöser reinigen und aufarbeiten lassen.
Foto: HSCU

Die Sponsoren verewigen sich nicht am Spielfeldrand, sondern an der Decke. Logisch in der Kirche gibt es keine Werbebanden.

Im Ernst: Pfarrer Friedrich Teubner aus Kirchmöser sorgt sich um seine Dorfkirche. Das Gotteshaus aus Feldsteinen ist ein Schmuckstück, wenn auch ein schlichtes. Der älteste Teil ist wohl um 1380 bis 1420 errichtet, unter der Kirchenschiffmitte fand sich ein altes Turmfundament. Der jüngste größere Umbau datiert zwischen 1933 und 1935. "In dem Zuge ist wohl auch die Decke erneuert worden", erzählt Teubner. Siebenmal 15 Holzfelder mit einfacher bunter Ornamentmalerei zieren diese. Doch ist die Zier gut verborgen unter dunkler Staub- und Fettschicht. "Die Stadtwerke haben damals ihren ganzen Stolz einbauen lassen eine zentrale Gasheizung, die innerhalb von 30 Minuten aus Minusgraden 20 Grad plus zauberte", spöttelt der Gottesmann. "Was das für die Orgel und das Holz bedeutete, kann man sich leicht ausmalen." Zumal die Lüftung allenfalls suboptimal funktionierte, weil Schweiß und Ausdünstungen mit der Wärme zur Decke aufstieg.

Mittlerweile weiß Teubner den "Mercedes unter den Heizungssystemen im Kirchenboden"; schräg gestellt Lüftungsgitter sorgen für eine optimale Luftumwälzung, schonend wird das Raumklima auf Wohlfühltemperatur getrimmt.

Doch die Decke ist noch matt und dunkel. Zwei helle Felder nahe der Empore stechen heraus. Dort hat der Gemeindekirchenrat Restauratoren probeweise den leuchtenden Originalzustand wieder herstellen lassen.

Eine Kostenschätzung gibt es auch: Das Aufarbeiten der 105 Felder kostet jeweils etwa 400 Euro. Dafür will der Pfarrer, dessen Gemeinde knapp 500 eingetragene Mitglieder zählt, privates Geld einwerben. "Ich bin auf Sponsorensuche", gibt er offen zu; wohl wissend, dass er nicht für eine der repräsentativen Stadtkirchen wirbt. Die Spender will er auf einer Messingtafel verewigen.

Und mindestens zwei Menschen haben schon vor Jahren Geld gegeben, darunter der ehemalige Kirchenälteste, der noch zu Lebzeiten sichergestellt wissen wollte, dass die Decke eines Tages restauratorisch in Angriff genommen wird. Weitere Spendenzusagen sind Teubner willkommen: Tel.03381/800302.

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