DAGEGEN SIEHT DIE KIRCHE ALT AUS

Seit der Dorferneuerung wird in Keller am Erscheinungsbild gemäkelt

CHRISTIAN KRANZ

KELLER Jetzt, da nebenan das Feuerwehr- und das Gemeindehaus so schön saniert sind, fällt es besonders auf: Die Dorfkirche von Keller sieht aus, als hätte es keine Wende gegeben. Von den Wänden blättert der Putz, Fenster sind zerbrochen und notdürftig mit Styropor-Platten abgedichtet.

Ein Einwohner fürchtet gar, dass Touristen auf dem Weg zum Bundesgästehaus in Meseberg nun nicht mehr den Weg über Keller nehmen könnten, um sich den Anblick der maroden Kirche zu ersparen.

Dabei darf man mit 262 Jahren doch durchaus ein bisschen alt aussehen. Die Kirche in Keller wurde 1743 gebaut.

Und eigentlich ist sie auch noch ganz gut in Schuss – nur ein neues Kleid könnte sie mal gebrauchen. Doch wie das mit neuen Kleidern so ist: Sie gehen ins Geld. Mit 120 000 Euro rechnet der Lindower Pfarrer Holger Baum für die notwendige Sanierung in Keller. Eine Architektin aus Lindow hat dafür das Konzept erarbeitet.

Pfarrer sammelt Geld für die Sanierung

Die kleine Kirchengemeinde in Keller kann so eine astronomisch hohe Summe natürlich nicht aufbringen. Immerhin haben die 83 Gemeindeglieder schon an die 2000 Euro für den Erhalt ihrer Kirche gespendet. Weitere 30 000 Euro hätten der Kirchenkreis und nochmals 20 000 Euro das Konsistorium verbindlich zugesagt, erzählt Pfarrer Holger Baum.

Trotzdem ist damit noch nicht einmal die Hälfte des benötigten Geldes zusammen.

Auch die Kommune hat das Feuerwehr- und das Gemeindehaus nicht nur aus eigener Kraft, sondern vor allem mit Fördermitteln in Schuss gebracht. Darauf braucht die Kirchengemeinde aber nicht mehr zu hoffen: Pro Gebäude kann nur einmal ein Zuschuss aus dem Dorferneuerungs-Programm bis zu einer bestimmten Höhe beantragt werden.

Diesen Höchstbetrag hat die Kirche in Keller aber schon im Jahr 2003 aufgebraucht, um den Kirchturm zu sichern (Märkische Allgemeine vom 01.02.2003). Weil im Laufe der Jahre Nässe in den Glockenturm eingedrungen war, hatte dort das Holz zu faulen begonnen. Die Kirchengemeinde ließ die Balken auswechseln. Positiv ausgedrückt bedeutet das nun, dass die Kirche nicht in so einem schlechten Zustand ist, wie es äußerlich scheint. Das Dach ist alt, aber noch dicht, der Kirchturm (wieder) stabil. Wenn das teure Gerüst erst einmal aufgebaut ist, wäre es zwar wünschenswert, gleich alles zu erneuern – so will es auch die Denkmalpflege, doch Pfarrer Baum überlegt schon, wo man Abstriche machen könnte, wenn sich die benötigten 120 000 Euro nicht auftreiben lassen.

Sparpotenzial an Dach und Farbe

Mit dem Verzicht auf ein neues Dach könnte die Kirchengemeinde 20 000 Euro sparen, wenn sie die Kirche nur neu verputzt und auf den Silikat-Anstrich verzichtet, weitere 15 000 Euro. Putz und Fenster müssten aber in jedem Fall erneuert werden, damit die Kirche nicht weiter beschädigt wird. Das Wichtigste ist nämlich: Der Innenraum der Kirche, in dem die Gottesdienste gehalten werden, ist noch gut in Schuss.

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