DAMIT DIE KIRCHE IN WOLTERSDORF BLEIBT

Verein überweist Geld und wirbt weiter

CLAUDIA NACK

 Dorfkirche Woltersdorf

WOLTERSDORF "Zufrieden ist man nie", sagt Helmut Scheer, "aber wir haben schon eine Menge erreicht." Scheer ist Vorsitzender des im März 2004 gegründeten und 13 Mitstreiter zählenden überkonfessionellen Fördervereins, der sich einem einzigen Ziel verschrieben hat – dem Erhalt und der Sanierung der 180 Jahre alten Woltersdorfer Dorfkirche. Für den ersten Bauabschnitt, der bis auf kleinere Holzarbeiten im Turm inzwischen beendet ist, überweist der Förderverein 7500 Euro. Das hat die Mitgliederversammlung in der vorigen Woche einstimmig beschlossen.

„Damit unterstützen wir die evangelische Kirchengemeinde Woltersdorf als Hauptakteur“, betont Scheer. Wie berichtet, wird die 47 000 Euro teure Sanierung von Dachstuhl und Decke je zur Hälfte aus Eigenmitteln und über den so genannten Staat-Kirche-Vertrag bestritten. Dass zwei Woltersdorfer Handwerksfirmen nach der Ausschreibung den Zuschlag erhalten hatten und die Arbeiten ausführten, "ist für das Dorf eine feine Sache".

Außerdem hat der Förderverein festgelegt, die in diesem Jahr von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse erhaltenen 5000 Euro für die Reparatur der Orgel zu verwenden. "Seit dem letzten Krieg wurde sie nicht mehr gespielt", erzählt der Vereinschef. Prospektpfeifen seien aber schon im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen und später durch Zinkpfeifen ersetzt worden. Schmutz und Vandalismus taten ihr Übriges.

Inzwischen hat Orgelbaumeister Jörg Stegmüller, der auch das Gortzer Instrument restaurierte, die Metallpfeifen in seiner Werkstatt in Wilhelmshorst, um sie dort herzurichten. In dieser Reparatur-Phase sollen auch die Manualklaviatur überarbeitet und eine neue Gebläsemaschine geliefert werden. Bis das 1872 vom Hallenser Baumeister August Wäldner hergestellte Instrument sich den Woltersdorfern jedoch wieder im Originalzustand präsentiert, müssen sie sich noch ein Weilchen gedulden. Denn erst wenn Bauarbeiter keinen Staub mehr aufwirbeln und auch das Innere des Gotteshauses hergerichtet ist, erklingt die Orgel wieder. Ebenfalls 2007 soll zuvor mit Hilfe von Fördergeld die komplette Außensanierung der Dorfkirche über die Bühne gehen. Die Gesamtkosten für alle drei Bauabschnitte nebst Orgel seien mit 280 000 Euro veranschlagt. "Wir hoffen, davon 25000 Euro einwerben zu können", erklärt Scheer, der sich bei allen Privatspendern aus Woltersdorf und Umgebung bedankt und froh darüber ist, sogar die Rudolf-August-Oetker-Stiftung in Bielefeld und die MBS in Potsdam gewonnen zu haben. Bittbriefe sollen auch in Zukunft geschrieben werden. "Es wird zwar immer schwieriger, doch wir lassen nicht locker."

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