Holz nur noch in Pulverform

Turm der Dahmer Marienkirche muss dringend saniert werden

UWE KLEMENS

Nur auf den ersten Blick sehen Dach- und Glockenstuhl der Dahmer Kirche intakt aus 
Nur auf den ersten Blick sehen Dach- und Glockenstuhl der Dahmer Kirche intakt aus.
Foto: Klemens

DAHME Was für ein Glück, dass in früheren Zeiten, zumindest bei Kirchenbauten, nicht so sehr mit dem Material gegeizt werden musste. Wer in den Turm der Dahmer Marienkirche steigt, wird staunen, aus wie viele Holzbalken die tragende Konstruktion besteht. "Wäre das nicht so, wäre der Turm bestimmt schon längst eingestürzt", sagt Pfarrer Stephan Magirius und zeigt auf die Schadstellen, die selbst dem Laien nicht verborgen bleiben. Am schwersten betroffen sind die teilweise luftdicht ummauerten Außenbalken - der Tod für jedes Holz, wie man heute weiß. An vielen Stellen hat jahrzehntelange, unerkannt gebliebene Fäulnis das Holz pulverisiert.

Auch unter der Dachhaut des Turmes sieht es nicht viel besser aus. Undichte Stellen unter dem Kupferblech haben der Konstruktion stark zugesetzt. "Nun ist es dringend notwendig, dass was passiert", sagt Magirius, der bereits Kostenvoranschläge eingeholt und Ausschau nach entsprechenden Fördertöpfen gehalten hat. Auf 200 000 Euro belaufen sich die Kosten für die Turmsanierung. "Damit", so der Pfarrer, "sind wir angewiesen auf Mittel aus der Städtebausanierung, ohne die wir es überhaupt nicht schaffen können." Erste Gespräche mit den Zuständigen im Dahmer Bauamt und mit dem Stadtsanierer hat es diesbezüglich bereits gegeben. Eine Übernahme von 40 Prozent der Gesamtkosten ist Gesprächsbasis.

Auch auf der Prioritätenliste des Kirchenkreises Niederer Fläming ist das Projekt bereits zu finden. Landeskirche, Kirchenkreis und Gemeinde sollen gemeinsam für weitere 40 Prozent aufkommen. Für die restlichen 20 Prozent hofft Magirius auf Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Sparkassenstiftung und private Sponsoren.

"Für meine Kirche habe ich was übrig", lautet ein entsprechender Spendenaufruf. Im Juni des kommenden Jahres wird es ein Benefizkonzert mit Chören der Stadt und aus der Region geben. (Teltow-Fläming)

Märkische Allgemeine vom 28. Oktober 2006

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