Geheimnis des Ritters ohne Drachen

Ganz bei der Sache 
Ganz bei der Sache: Zum Abschluß der Kinder-Kirchenführung durch St. Marien durften die Vier- bis Zehnjährigen Kerzen anzünden

Wenn Kinder aufmerksam lauschen, einige Minuten später intensiv etwas betrachten. Wenn sie zu Stift und Zettel greifen und malen was das Zeug hält, dann ist das ein sehr gutes Zeichen dafür, dass sie ganz bei der Sache sind. Und es ist offenbar, dass die Premiere einer besonderen Kirchenführung gelungen ist.

Rund 20 Mädchen und Jungen zwischen vier und zehn Jahren waren am Sonnabend dabei, als die Pastorin i. R. Johanna Kreipe und die Katechetinnen Hannelore Krüger und Hildegard An- lauff zu einer ganz besonderen Entdeckertour einluden. "Kinder entdecken die Kirche(n)" heißt dieses neue Projekt, das am 16. Dezember in St. Gertraud seine Fortsetzung finden soll.

Die Kinder wurden je nach Alter in drei Gruppen geteilt und zu den verschiedensten Orten geführt. Zum Beispiel zu "Marius", einer Figur aus dem Hauptschiff. "Marius, der Name bot sich an, weil wir uns ja in der Marienkirche befinden", erzählte Johanna Kreipe, die passend zur Führung eine kleine Broschüre geschrieben hat, in der kindgerecht und auf sehr humorige Art und Weise Kirchengeschichte erzählt wird. Und dieser Marius, der ganz oben am Ende einer Säule sitzt, zieht sehr deutlich eine Fratze, was natürlich die Knirpse köstlich amüsierte. Die bösen Geister will er damit vertreiben, erfuhren die kleinen Entdecker.

Den Ritter am Nordwestportal der Kirche - den fand die Gruppe um Hannelore Krüger gleich. Warum denn der ein Kreuz auf dem Schild trage, wollten die Kinder u. a. wissen und erfuhren nicht nur dies, sondern auch, dass es sich um den Heiligen Georg handelt. Doch leider fehlt auf der Darstellung der Drachen, den er tötete, um die Menschen von diesem Untier zu befreien. Deshalb modellierten die Kleinen Drachen aus Ton einfach nach.

Ins Paradies führte Hildegard Anlauff die Gruppe der Jüngsten. Und dieses befindet sich an der Decke und den Wänden in der Sakristei. Blumen entdeckten sie, aber auch Rankenpflanzen und malten sie auf kleinen Platzdeckchen nach. Die Gruppe um Johanna Kreipe hatte sich mit den Antichrist-Motiven der gläsernen Bibel beschäftigt und kam mit entsprechenden Gemälden zurück zum Ausgangspunkt.

Märkische Oderzeitung vom 18. September 2006

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