KIRCHE IN PERWENITZ WIRD SCHRITTWEISE OHNE EINEN EURO FÖRDERGELD SANIERT

Selbsttragender Aufschwung

ANDRÉ WIRSING

 Kirche Perwenitz

PERWENITZ Zwölf der 15 Deckenbalken drohten aufzugeben. Ihre Köpfe waren völlig morsch. Kein Wunder - rieselten doch seit Jahr und Tag Regentropfen und Schneeflocken durchs Dach der Perwenitzer Dorfkirche. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde zuletzt etwas am Gotteshaus gemacht - die historischen Farben übermalt, der barocke Altar durch eine Betonplatte ersetzt, der Altar durch ein Eisengestell-Pult.

In der Rekordzeit von fünf Wochen wird das Gebäude nun gesichert, am 1. September wurde begonnen, am 2. Oktober soll alles fertig sein. Am Tag der Deutschen Einheit rückt die Kirchengemeinde zum Herbstputz ein.

"Diese Sanierung wird zum Symbol des selbsttragenden Aufschwungs. Ohne einen Euro Fördermittel setzen wir das Vorhaben mit etwa 50 000 Euro um", sagt Pfarrer Thomas Mikley. Das Geld komme aus Mieteinnahmen, Spenden und von der Kirchengemeinde. Zudem helfen örtliche Unternehmer. Bürgermeister Jörg Meyer half mit dem Fuhrpark seiner Firma, ohne Rechnungen zu schreiben, die Malerfirma Tech aus dem Ort wird den Vorraum der Kirche ebenfalls kostenlos gestalten.

Es kann nicht alles mit einmal gemacht werden. "Wenn wir im nächsten Jahr wieder etwas angespart haben, reden wir über das Umgestalten des Altars oder das Freilegen der alten Farben", sagt Mikley. An der Decke unter dem neuen Dachstuhl hängen gestrichene Bretter, bis das Geld für die Holzkassetten beisammen ist. Der vordere Teil der Friedhofsmauer wurde in einer ABM gesichert, dann fiel der hintere Teil zusammen - für die nächsten Jahre muss ein Jägerzaun genügen.

Doch ein wichtiger Anfang ist gemacht, hätte man noch länger gewartet, wäre das Sanieren noch teurer geworden. Zudem standen Pfarrer und Gemeindekirchenrat in der Pflicht. "Als vor drei Jahren die Pausiner Kirche saniert war, hieß es, als nächstes ist Perwenitz dran. Unsere Mitglieder wurden schon langsam unruhig", erzählt Vorsitzende Brunhilde Vandrey. 150 "Schäfchen" zählt ihre Gemeinde.

Etwa genauso viele Jahre hat das Gotteshaus inzwischen auf dem Buckel. Zwischen 1840 und 1859 war die Kirche nach einem Brand wieder aufgebaut worden.

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