Künstler verwirklichen besonderes Gestaltungskonzept

UWE KLEMENS

NONNENDORF (Teltow-Fläming) "Solch schöne, kleine Kirche würde ich am liebsten Mal ausmalen", hat Maler und Architekt Uwe Mücklausch gesagt, als er das erste Mal vor dem Nonnendorfer Gotteshaus stand. Zwei Jahre ist das her. Hilfe suchend hatte sich Pfarrer Wolfgang Scholz im Vorfeld des vor zwei Jahren begangenen 50-jährigen Jubiläums des Kirchenbaus an ihn gewandt. Vor allem an den Fundamenten musste dringend etwas geschehen, aber auch an Dach, Fassade und Innenraum hatte der Zahn der Zeit kräftig genagt. Schnell waren sich die Künstler und Gottesmann einig, dass sich das Nachdenken über ein künstlerisches Gesamtkonzept zur Innen- und Außengestaltung lohnen könnte.

Bald schon hatte Uwe Mücklausch, der sich als Weltbürger sieht und überwiegend in Goßmar bei Luckau und in Berlin zu Hause ist, die Glasgestalterin Beate Bolender überzeugen können, sich am Projekt zu beteiligen. Gemeinsam entwickelten die beiden ein Konzept, dessen augenfälligstes Merkmal die großzügige Verwendung des Materials Glas ist. So könnte die Wand hinter dem Altar mit einer Vielzahl verglaster Öffnungen versehen werden. Weißes, farbiges, zum Teil mit Ornamenten und Strukturen versehenes Glas würde, je nach Lichteinfall, besondere Raumwirkungen erzeugen. Unter der leicht tonnenförmigen Decke könnte eine gewölbte Glaskonstruktion entstehen, die, künstlich beleuchtet, besondere Lichtstimmungen erzeugt. Auch die Einrichtung des Altarraums - Altar, Altartisch, Taufbecken und Taufengel - könnten ebenfalls aus Glas hergestellt werden und würden sich so ins Gesamtkonzept einfügen.

Daheim auf dem Werkstattgelände von Beate Bolender in Kasel-Golzig stellten die Künstler ihre ersten Entwürfe den Nonnendorfern vor, die sich eigens deswegen Anfang Juli auf den Weg dorthin gemacht hatten. "Die Nonnendorfer waren begeistert", versichert Pfarrer Scholz. Außer einer Art Probewand, in die bereits verschieden verglaste Öffnungen eingearbeitet worden waren, bekamen sie ein Modell ihrer Kirche zu sehen, auf dem bereits die gläserne Deckenkonstruktion zu sehen ist. Mittels großer Bahnen unbedruckten Zeitungspapiers wurde die Kirche in Nonnendorf von innen abgehangen und die Entwürfe dann mittels Beamer darauf projiziert.

Nun beginnt die schwierigste Phase: Die Suche nach Sponsoren. Denn aus eigenen Mitteln, ist sich Scholz sicher, können weder Kirchengemeinde noch Landeskirche die Kosten tragen. Erster und bislang einziger Sponsor ist der Glashersteller Schott, der einen Teil des Glases zur Verfügung stellt. Dies auch deshalb, um neue Glassorten in ihrer Wirkung und Handhabbarkeit zu testen. Weitere Sponsoren sind gerne gesehen. Eigens für diesen Zweck ist ein Spendenkonto eingerichtet worden. Wer sich vorab ein eigenes Bild vom Konzept machen möchte, kann gerne bei Beate Bolender nach telefonischer Anmeldung unter (03 54 53) 8 21 zum Gucken kommen. Vom 15. November bis zum 8. Dezember ist die Wand im Foyer des Energieversorgers Vattenfall in Cottbus zu sehen.

Märkische Allgemeine vom 23. September 2006

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