INNENRESTAURIERUNG DER JUGENDSTILKIRCHE IN LENNEWITZ FAST ABGESCHLOSSEN

Wände, Apsis, Taufnische wie neu

SVEN BORNSCHEIN

LENNEWITZ Mit einem "Prignitz-Kantorenkonzert" wurde am vergangenen Freitag der zweite Bauabschnitt der Innenrestaurierung der Jugendstilkirche in Lennewitz feierlich abgeschlossen. Am Tag zuvor wurde bereits ein Gedenkstein für die Lennewitzer Opfer des II. Weltkrieges aufgestellt.

Sechs Wochen lang arbeitete die Restauratorin Silvia Koch mit drei Kolleginnen an Teilen der Innenausstattung des Gotteshauses. Die Wände des Kirchenschiffs wurden ebenso bearbeitet wie die Taufnische und einige Fensterrahmen. Kalkputz, Leinfarbe oder auch Zellulose dienten Silvia Koch, die seit 1988 den Beruf der Restauratorin ausübt, als Material.

Schon das dritte Jahr arbeitet die Berlinerin nun an der Jugendstilkirche. 2001 begann sie mit der Innenrestaurierung der Decke. Es folgten Apsis und die Zifferblätter der Turmuhr. Und auch die Endphase, die Restaurierung von Sakristei, Vorflur und Inventar, soll von Silvia Koch ausgeführt werden. Die Berlinerin mit eigener Restaurierungsfirma fühlt sich wohl in Lennewitz: "Außerdem ist die Kirche hier einmalig. Die Erstfassung der Farbe ist noch ohne Übermalung ausgekommen und auch die Grundausstattung ist vollständig." Doch damit es überhaupt zur Restaurierung kam, musste viel Kraft und Engagement der Kirchengemeinde aufgewendet werden. Dabei ist vor allem Anneliese Schulz aus Lennewitz zu nennen. Sie veranstaltet Kirchenführungen und ist schon seit 1954 Kirchenratsmitglied. Vor ein paar Jahren erstellte sie Präsentationsmappen und schrieb verschiedenen Stiftungen an, um Fördermittel für die Sanierung zu bekommen. 1998 kam dann der Kontakt zu Silvia Koch zu Stande. Bei einem Dorffest erklärte die Berlinerin, dass sie die Restaurierung übernehmen könnte. Das Geld floss nicht nur aus Stiftungen. Vieles waren Privatspenden, die bei Führungen in der Kirche gelassen wurden. Anneliese Schulz freut sich schon auf den Moment, in dem die Restaurierung abgeschlossen ist: "Wenn unser Gotteshaus fertig ist, dann werden sicher viele Gäste auch per Rad nach Lennewitz, einem Kleinod der Prignitz, finden."

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