Die Zukunft liegt im Inneren

Alte Fotos, neue Ideen und Spenden für die Kirche Liebenwalde gesucht

SONJA HAASE

LIEBENWALDE Spontan mag es ein wenig wie der zweite Schritt vor dem ersten anmuten: Während die Außensanierung der Liebenwalder Kirche noch nicht abgeschlossen ist, macht sich die Kirchengemeinde schon Gedanken über die Gestaltung des Innenraumes. "Natürlich ist das noch Zukunftsmusik", sagt Pfarrer Volkmar Gartenschläger. "Wir werden noch bis Ende des Jahres mit der Außenhülle beschäftig sein. Aber wir müssen uns langfristig Gedanken machen, wie es mit dem Inneren der Kirche weiter geht."

Wenn das Gotteshaus nach Abschluss der Außenarbeiten eröffnet wird, "dann muss die Gemeinde einfach wissen, dass sie in eine Kirche einzieht, die genau so aussieht wie früher oder noch schlimmer, weil Bauarbeiten ihre Spuren hinterlassen", sagt der Pfarrer. Um anschließend den nächsten Sanierungsschritt machen zu können, möchte er zunächst einmal herausfinden, wie das Liebenwalder Gotteshaus früher ausgesehen hat. Dazu sucht er nach alten Fotos, Zeichnungen und Beschreibungen des Innenraums aus den vergangenen hundert Jahren. Mit Hilfe dieser Vorlagen soll dann der Innenraum in Zukunft gestaltet werden sofern die Gemeinde das Geld dafür aufbringen kann.

Man könne keinerlei Zuschüsse von Stadt oder Land erwarten, so der Pfarrer. Stattdessen muss die Gemeinde also wieder viel Eigenkapital aufbringen. Nachdem sie schon für die Außensanierung 46 000 Euro 12 000 davon stehen noch aus zusammen bekommen musste, dürfte diese erneute Anstrengung nicht leicht fallen. "Es ist nicht so einfach, das Interesse der Liebenwalder wach zu halten", sagt Gartenschläger. Leider erlahme es derzeit ein wenig. "Aber wer soll sich für die Kirche interessieren, wenn nicht die Liebenwalder selber."

Immerhin sind in den vergangenen Monaten noch einmal 6000 Euro Spenden bei der Gemeinde eingegangen. Maßgeblich zu dieser Sammelanstrengung beigetragen habe wieder der Heimat- und Geschichtsverein, sagt der Pfarrer. Der Verein hatte die Sanierung der Kirche von Beginn an unterstützt und allen anderen Unterstützern beispielsweise angeboten, Patenschaften für einen Ziegel des neuen Kirchendaches zu übernehmen. So waren mehr als 4000 Euro zusammenbekommen.

"Wir sind weiter auf gute Ideen angewiesen", sagt Pfarrer Gartenschläger. "Wenn jemand zu Hause den Zaun setzt, dann könnte er doch überlegen, ob nicht auch etwas für die Kirche abspringt. Oder wenn eine Goldene Hochzeit gefeiert wird", schlägt er vor. Schließlich hat sich die Gemeinde ein hohes Ziel gesteckt: Im kommenden Vierteljahr wolle man, so Gartenschläger, die noch ausstehende Summe in Höhe von 12 000 Euro gesammelt haben, um sich dann eben den noch ausstehenden Innenarbeiten zuwenden zu können.

Wer derzeit rund um die Kirche nach Bauarbeitern sucht, tut dies vergeblich, denn die Mauerarbeiten können bei Frostgefahr nicht fortgesetzt werden. Allerdings geht es dennoch voran, denn was gerade an Holzarbeiten in den Werkstätten vorbereitet werden kann, wird erledigt. Sobald das Wetter wieder beständig wärmer ist, wird dann die zweite Dachhälfte gedeckt.

Wer Beschreibungen oder Bilder von der Kirche hat, kann sich melden unter: 033054/6 02 88 oder 9 08 31, Fax 033054/9 08 28 oder E-Mail an ulvogart@aol.com .

Märkische Allgemeine vom 16. Januar 2007

   Zur Artikelübersicht