Gotteshäuser wurden zeitgleich mit Bauernhöfen errichtet

Kirche Groß Schönebeck 

Heute beginnt die MOZ-Lokalredaktion mit einer neuen Serie. In loser Folge sollen die Kirchen des Landkreises vorgestellt werden. Autoren sind die Pfarrer der jeweiligen Kirchengemeinde. Heute schreibt Pfarrer Rudolf Delbrück über die Kirche von Groß Schönebeck.

Mit der Ansiedlung der deutschen Bauern im 12./13. Jahrhundert zog auch der christliche Glaube in die neuen Orte des Barnim. Es ist aber durchaus möglich, dass in Groß Schönebeck schon allein durch das Vorhandensein der Burganlage Jahre früher eine kleine Siedlung mit einer Kirche bestand. Die deutschen Siedler begannen in den neuen Regionen mit dem Bau ihrer Höfe fast zeitgleich, Gotteshäuser zu errichten.

Die Immanuel Kirche, wie sie seit 1988 heißt, lässt mehrere Bauphasen erkennen. Ursprünglich stand ein kleinerer Kirchbau, der vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Nur der Turm blieb teilweise erhalten. Ab 1664 begann der Aufbau in der ursprünglichen Form. Veränderungen erfuhr der Turm. Die nächste Bauepoche begann um 1730. Dabei entstand das Kirchenschiff in der heutigen Ausführung. Bei diesen Umbauten wurde die alte, gotische Kirche abgetragen und das Schiff in Richtung Osten verlängert. Die Reste von alten Tür- und Fensternischen verblieben im Turmbereich und wurden mit einbezogen. Das Äußere und das Innere wurde dem damaligem Barockstil angepasst. Bis auf farbliche Veränderungen ist die Innenausstattung erhalten geblieben, leider schon auch sehr alt.

Die Orgel ist eine Perle unter den märkischen Dorforgeln. Der Künstler, der die erste Orgel geschaffen hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Gebaut wurde das Orgelwerk nach dem Dreißigjährigen Krieg unter dem Großen Kurfürsten. Sie musste häufig restauriert werden, so von den Orgelbaumeistern Röder 1747 und Scholtze aus Neuruppin, Buchholz 1809. Bis 1945 befand sich die Orgel in Obhut der Firma Kienscherf. Die Orgel ist noch spielbar und erklingt zu den Gottesdiensten, die wir in der Kirche feiern. Aber auch hier hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen, und eine Sanierung wartet schon.

Die Kirchengemeinde feiert zwei Mal im Monat Gottesdienst, jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat.

Neben der Kirche hat die Kirchengemeinde noch im Alten Schulhaus drei Gemeinderäume in denen sich der Chor trifft. Unter der Leitung von Herrn Lang üben rund 16 sangeslustige Menschen. Wir laden am Dienstag um 16.30 Uhr zum Konfirmandenunterricht und am Freitag, 14 Uhr, zur Christenlehre ein. Und jeden ersten Samstag im Monat trifft sich die Frauenhilfe. Die Leitung der Gemeinde hat der Gemeindekirchenrat, der sich monatlich trifft, in Zusammenarbeit mit Pfarrer Delbrück.

In den Sommermonaten finden in der Kirche Konzerte statt. Seit einigen Jahren laden wir am Pfingsttag zur Langen Nacht der offenen Kirche ein, was gern angenommen wird.

Wer sich weiter über die Kirchengemeinde informieren möchte, ist herzlich zu unseren Angeboten eingeladen oder kann sich an das Pfarramt in Groß Schönebeck, Schlossstraße 9, Tel 033393 341, wenden oder www.kirche-gross-schoenebeck.de. Wir weisen auch gern schon auf die 707-Jahr Feier in Groß Schönebeck vom 6. bis zum 8. Juli hin, die wir mit einem Gottesdienst am 6. Juli eröffnen.

Märkische Oderzeitung vom 03. März 2007

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