Lichtblicke im Gotteshaus

Fenster der Liebenberger Schlosskirche saniert

BERT WITTKE

Handwerker aus Thüringen haben das Rundfenster überm Altar wieder zu einem Schmuckstück gemacht 
Handwerker aus Thüringen haben das Rundfenster überm Altar wieder zu einem Schmuckstück gemacht.
Foto: BW

LIEBENBERG "Wie schön, dass meine Taufkirche wieder als Gotteshaus genutzt wird! Meine Taufe im Januar 1944 war das letzte Familienfest vor der Flucht." Fides von Gersdorff, geborene Gräfin zu Eulenburg-Hertefeld, hinterließ diese Zeilen am 26. Februar 2007 im Gästebuch der Kirche auf Schloss & Gut Liebenberg. Zweieinhalb Jahre zuvor war die Kirche nach Jahren, die das Haus dem Verfall preisgegeben war, wieder eingeweiht worden. Die Kosten für die Sanierung des ältesten Gebäudes auf dem Gutsgelände (13. Jahrhundert) hat die Deutsche Kreditbank (DKB) getragen.

Einige Arbeiten im Innern der Kirche waren seinerzeit freilich übrig geblieben, unter anderem die Reparatur der zum Teil stark beschädigten Fenster. Inzwischen erstrahlen die beiden Rundfenster über dem Altar beziehungsweise über dem Turmeingang sowie die fünf Fenster des Kirchenschiffes in altem neuen Glanz. Mit einem Festgottesdienst am Palmsonntag wurden die gläsernen Schmuckstücke eingeweiht und die monatelangen Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

Dass Besucher beim Anblick der Fenster nicht selten ins Schwärmen geraten, geht auf das Konto der Firma Ernst Kraus, Werkstätten für Bleiverglasungen, Glasmalerei und Reparatur aus Weimar. Dorthin waren die Rundfenster nach ihrem Ausbau gebracht worden. Die Thüringer Handwerksleute bauten ein neues "Fenstergerippe", passten die unbeschädigten Glasteile wieder ein und ersetzten die kaputten Elemente durch neue.

Gänzlich neu entworfen wurden die fünf Fenster des Kirchenschiffes. Der Grund: Trotz intensiver Bemühungen war es nicht gelungen, eine historische Vorlage zu finden, die Auskunft über das frühere Aussehen der Fenster geben konnte. Pfarrer Hans-Joachim Vanselow, der den Festgottesdienst leitete, sprach mit Blick auf die Kirchenschiff-Fenster von einer wunderschönen lichten Bleiverglasung.

Während die sanierten Rundfenster bereits im November 2006 wieder eingebaut wurden, begann die Montage der anderen Fenster erst im Februar dieses Jahres. Die Sanierungkosten in Höhe von 18 000 Euro hat die DKB gespendet und damit die Kirchengemeinde, die seinerzeit bereits begonnen hatte, für die Reparatur der Fenster Geld zu sammeln, erheblich entlastet. Dazu Pfarrer Vanselow: "Möge die Schönheit unserer Gottesdienste diese Stiftung adeln."

Märkische Allgemeine vom 04. April 2007

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