Decke in neuer, alter Pracht

Sanierung der Kirche Roddan im Wesentlichen abgeschlossen

Corinna Streitz erläutert die Deckenarbeiten 
Corinna Streitz (2. v. r.) erläutert den Gemeindekirchenratsmitgliedern, Sparkassenvorstandsmitglied Elfi Meißner (r.) und Pfarrer Dr. Uwe Czubatynski die Deckenarbeiten

Roddan (mand) Im Moment sieht es in der Roddaner Kirche, erbaut 1680, etwas kahl aus, auch steht ein Baugerüst im Raum. Das wird sich in einigen Tagen ändern, denn die Restaurierungsarbeiten an der Decke sind abgeschlossen.

Das war für den Gemeindekirchenrat und Pfarrer Dr. Uwe Czubatynski Anlass, gestern der Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz stellvertretend allen Sponsoren für die finanzielle Unterstützung zu danken. Und natürlich der Restauratorin Corinna Streitz. In aufwändiger Kleinarbeit verhalf sie der Deckenmalerei, die 1936 von einem Restaurator neu aufgebracht worden war und durch den maroden Bauzustand der Kirche stark gelitten hatte, wieder zu altem, neuen Glanz.

"Die Restaurierung der Decke ist das vorläufig letzte Vorhaben. Was noch aussteht, ist der Vorraum", meinte Uwe Czubatynski. Ihn hat die Dorfkirche in besonderem Maße begleitet, denn als er sie 1994 übernahm, "war sie eine Wüste weitestgehend leer, Sandfußboden, vom Altar nur ein Grundgerüst, Dach und Turm beschädigt."

Wissen muss man, dass die Kirche noch vor der Wende abgerissen werden sollte. Erste Sanierungsschritte mit Landeshilfe waren die Instandsetzung der Umfassungsmauer und des schwer geschädigten Turms, der zur Hälfte ersetzt werden musste. Der Außenhautinstandsetzung folgten die Restaurierung von Altar und Taufengel. "Ich bin seit 13 Jahren als Restauratorin in der Region tätig, aber solch ein Engagement habe ich noch nicht erlebt", lobte Corinna Streitz die Kirchengemeinde. Sie muss es wissen, nahm sie doch alle Restaurierungsarbeiten vor. Die 35 Kirchenmitglieder, aber auch Nichtchristen halfen bei der Neuverlegung des Fußbodens oder bei Tischlerarbeiten. Nicht zu vergessen der Roddaner Weihnachtsmarkt, der 1993 "erfunden" wurde, um die Kirchensanierung zu unterstützen. Mit den Überschüssen wurde u.a. Elektromaterial gekauft.

"Die Aktivitäten müssen sich vor Ort entwickeln, sonst wird aus dem Bemühen nichts", machte auch Pfarrer Czubatynski deutlich. Das gelte heute angesichts immer knapper werdender Mittel mehr denn je. So befürworte die Landeskirche Zuschüsse von maximal 20 Prozent, aber auch nur, wenn sich Dritte beteiligen und die Gesamtfinanzierung gesichert ist.

Zu den Mitfinanzierern der Deckenrestauration (Kosten 12000 Euro) gehören neben der Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse auch die Gemeinde Legde/Quitzöbel sowie das Unternehmen Dornkaat.

"Bei uns gingen im vergangenen Jahr 39 Anträge auf Förderung ein, 19 wurden bewilligt, darunter der aus Roddan", berichtete Elfi Meißner, Vorstandsvorsitzende der Jugend- und Sparkassenstiftung. Anmeldeschluss für 2008 ist der 30.September 2007.

Übrigens, wer die Kirche besichtigen möchte, melde sich bei Karin Steinsiek, Dorfstr. 8.

Der Prignitzer vom 04. Mai 2007

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