Spenden für Zwiebelturm

Aus Benefizkonzert fließen 850 Euro in den Wiederaufbau in Werbig

UWE KLEMENS

Das Modell der Werbiger 
Das Modell der Werbiger Kirche samt Zwiebelturm dient dem Förderverein für den Wiederaufbau als große Sammelbüchse.
Foto: Uwe Klemens

WERBIG Peu à peu wächst der Turm für die Werbiger Dorfkirche zumindest in finanzieller Hinsicht. Der im November 2005 gegründete Förderverein für den Wiederaufbau des Fachwerkturms verfolgt hartnäckig sein ehrgeiziges Ziel. Mindestens 80 000 Euro werden dafür benötigt. Ein Modell der Kirche samt Turm dient dem Verein als Sammelbüchse.

Der aktuelle Stand ist nicht bekannt, doch nun kam wieder ein Tropfen hinzu. Das erste Benefizkonzert brachte 850 Euro an Spenden ein. "Wir alle wissen, dass das Geld fehlt. Erst, wenn die Gemeinde genügend für ihren Eigenanteil gesammelt hat, kann sie einen Antrag auf Fördermittel stellen", sagte Niedergörsdorfs Pfarrer Eckhard Korthus beim Konzert am Sonntag in der Dorfkirche.

Der kleine Bau war bis auf den letzten Platz gefüllt. "So etwas habe ich in Werbig noch nicht erlebt", sagte Pfarrer Wolfgang Scholz, "die einen müssen rausgehen, damit die anderen weiter machen können." Die Ausführenden waren der Posaunenchor Werbig-Gräfendorf und die Kirchenchöre aus Niedergörsdorf und Dennewitz-Oehna. An der Orgel und am E-Piano saß Gesa Hüneke. Die Leitung des Konzertes hatte Pfarrer Korthus übernommen.

"Wenn wir Berlin mitzählen, sind 13 Dörfer heute hier vertreten", sagte Korthus, der versicherte, dass alle Sänger und Instrumentalisten gern zu einem solchen Benefizkonzert nach Werbig gekommen seien.

Nicht nur zum Zuhören war das Publikum bereit. Neben Chorälen für Orgel und Bläser und geistlicher Chormusik aus fünf Jahrhunderten gab es auch Gelegenheit zum Mitsingen. "Wenn sie das alle so gut können, könnten sie eigentlich auch im Kirchenchor mitsingen", lobte Gesa Hüneke das Publikum.

Nach dem Konzert standen die Geschichte des Kirchturms und die Hoffnungen auf seinen Wiederaufbau im Mittelpunkt der Gespräche. 1963 wurde der zwiebelförmige Turm abgerissen. Ob wegen Baufälligkeit oder aus ideologischen Gründen wissen heute nicht mal mehr die Werbiger. Im November 2005 gründete Ortsbürgermeisterin Angela Schulze den Förderverein.

Märkische Allgemeine vom 16. Mai 2007

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