Ende 2007 sollen die Glocken wieder läuten

Kirchenaufsicht erteilte gestern die Genehmigung, nun kann die Kirche in Nieder Neuendorf saniert werden

MARION BERGSDORF

NIEDER NEUENDORF Ein großer Tag war gestern für die Kirche in Nieder Neuendorf, für die Kirchengemeinde und ihren Pfarrer Siegfried Haff. Es gab mehrere Gründe zur Freude. Früh am Morgen rückte ein riesiger Kran an und befördert die drei Stahlglocken, die bereits abmontiert worden waren (MAZ berichtete) aus dem Kirchturm herunter auf Fahrzeuge. In der Werkstatt von Mechanikermeister Horst Bittner in Neuenhagen werden sie von Rost befreit, erhalten einen Spezialanstrich und ihre Klöppel eine Einlage aus Bronze, damit die Glocken weicher klingen.

Nun herrscht im Kirchturm Baufreiheit für die dringend notwendige Sanierung. Denn die Hölzer waren statisch nicht mehr in Ordnung. Sie werden teilweise ersetzt und verstärkt. Das Schieferdach des Turms kommt danach wieder drauf, dieses wird dabei besser befestigt, als bei der Instandsetzung Anfang der 50er-Jahre geschehen. Die elektronisch betriebene Uhr am Turm wird nächste Woche abgenommen. Ihr mechanisches Uhrwerk soll ebenfalls wieder aufgearbeitet und in der Kirche ausgestellt werden.

Nach dem Turm ist ab Mitte August das Kirchenschiff dran. Es erhält eine neue Dacheindeckung. Zuvor muss aber der Hausschwammbefall des Kirchenschiffes entfernt werden. Dieses, so erklärt Architekt Thomas Andler, geschieht mit dem sehr schonenden Heizluftverfahren. Das Mauerwerk werde eingepackt, erhitzt und damit der Schwamm abgetötet. Danach könne Altholz entfernt werden.

Die Gesamtkosten für die Kirchensanierung betragen 380 000 Euro. Gestern und dies ist der zweite Grund zur Freude ist die kirchenaufsichtliche Genehmigung erteilt worden. Siegfried Haff fiel damit ein Stein vom Herzen, denn die Rüstung an der Kirche stand bereits.

Der dritte Grund zur Freude: Aus dem allgemeinen Kirchenvermögen sind 200 000 Euro für die Sanierung zur Verfügung gestellt worden. Nicht als Kredit, sondern als Unterstützung mit der Maßgabe, etwas davon dem Kirchenvermögen wieder zurückzuführen. Deshalb werden weitere Sponsoren für das Vorhaben gesucht.

Doch viele sind schon gefunden worden, dank der Klinkenputzertouren von Jürgen Woelki vom Gemeindekirchenrat und Pfarrer Siegfried Haff. Bürger und Unternehmen gaben Geld, insgesamt 23 000 Euro. Der Kirchenkreis hat 37 000 Euro zusammengebracht und die Kirchengemeinde 40 000 Euro als Baurücklage gesammelt. 80 000 Euro hat die Stadt Hennigsdorf zur Verfügung gestellt. Allen Sponsoren dankte das Dreiergespann Pfarrer, Woelki und Architekt gestern ausdrücklich. Damit könne dieses Kirchensanierungsprojekt auch sicher zu Ende gebracht werden, freut sich der Architekt, der es bei etlichen ähnlichen Vorhaben anders erlebte. Da mussten Sanierungen mittendrin abgebrochen werden und wurden seither nicht weitergeführt.

Mit der Kirchensanierung in Nieder Neuendorf wird dann das dritte Bauprojekt der Kirchengemeinde vollendet. Zuerst war das Pfarrhaus bis auf die Außenmauern abgetragen und wieder aufgebaut worden. Danach entstand der Anbau mit dem kleinen Gemeindesaal. Nun ist die Kirche selbst dran.

Märkische Allgemeine vom 18. Mai 2007

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