Die Sanierung kann beginnen

In der Luckenwalder Johanniskirche ist die Orgel eingehüllt worden

MARGRIT HAHN

LUCKENWALDE Der Startschuss für die Sanierung der Luckenwalder Johanniskirche ist gefallen. So jedenfalls sieht es Pfarrer Detlev Riemer. Auch wenn nicht sofort der Bautrupp anrückt, um mit den Arbeiten zu beginnen, so ist doch der Anfang gemacht. Die Orgel wurde von Fachleuten eingepackt, um sie vor Staub und Schmutz zu schützen.

Orgelbauer Andreas Gottschald war mit Azubi Philip Scheuer in der Johanniskirche, um das 41 Jahre alte Stück feinsäuberlich zu verpacken. Zuerst stand allerdings Großreinemachen auf dem Programm. "Ich glaube nicht, dass die Orgel, solange sie hier steht, oben in sieben Meter Höhe schon einmal geputzt wurde", sagte der Orgelbauer. Und so kletterte der Lehrling bis an die Spitze, um mit Wasser und Bürste zu Werke zu gehen. "Ansonsten hält das Klebeband nicht", erläuterte Andreas Gottschald. Vollkommen luftdicht durfte das Instrument auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit, die in der Kirche herrscht allerdings noch nicht eingepackt werden. Sonst könnte sich Schimmel bilden. Deshalb bleiben ein paar kleine Luftschlitze, die erst dann verklebt werden, wenn Staubentwicklung droht.

Ansonsten bleibt die Orgel samt Pfeifen an der Stelle, an der sie sich befindet. Wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, kommen die Orgelbauer der Alexander Schuke GmbH Potsdam noch einmal, um das Instrument von der Baufolie zu befreien.

Eigentlich sollten die Instandsetzungsarbeiten der Johanniskirche bereits laufen. Doch momentan fehlt noch das Okay des kirchlichen Bauamts. Das kommt erst, wenn feststeht, ob sich die Stadt Luckenwalde mit 40 oder 50 Prozent an der Sanierung beteiligt. Diese Entscheidung wiederum trifft nicht die Stadt, sondern das Ministerium. "Das sind Spielregeln, die man erst im Laufe des Verfahrens lernt", sagte Pfarrer Riemer.

Die Sanierungskosten der Kirche sollten nach ersten Schätzungen 210 000 Euro betragen. Doch dann wurden rund 350 000 Euro veranschlagt. Der Löwenanteil ist für die Außenhülle gedacht. 46 000 Euro sind für die Innenrenovierung vorgesehen. Der Gemeindekirchenrat hatte im Mai beschlossen, das Bauvorhaben trotz erhöhter Kosten in Angriff zu nehmen, weil inzwischen beträchtliche Fördermittel zugesagt wurden.

Pfarrer Riemer hofft auf die Spendenbereitschaft der Luckenwalder. Zumal das Risiko besteht, dass während der Bauarbeiten noch die eine oder andere Überraschung auftaucht. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte Ende des Jahres das traditionelle Weihnachtskonzert des Johannischores wie geplant in der Kirche stattfinden. Doch zuvor geben sich die unterschiedlichsten Gewerke die Klinke in die Hand. "Wir sind froh, dass mit der verpackten Orgel der erste Schritt getan ist. Da die Orgelbauer demnächst Aufträge im Ausland erledigen müssen, ist es uns sehr recht, dass die Orgel in Luckenwalde fertig ist", sagte Riemer.

Märkische Allgemeine vom 11. Juni 2007

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