Gute Taten machen high

Gehirn von Spendern setzt berauschende Stoffe frei

Wer Geld für eine Wohltätigkeitsorganisation spendet, profitiert selbst davon. Denn unmittelbar nach der guten Tat schütten Nervenzellen im Gehirn des Wohltäters vermehrt körpereigene Substanzen aus, die einen berauschenden Effekt haben, berichten US-Forscher im Fachmagazin Science.

Bei seinem Versuch gab das Team um William Harbough von der University of Oregon 19 Probanden je hundert US-Dollar. Per Computer wurden die Prüflinge zu Geldtransaktionen aufgefordert. Mal erhielten sie dabei zusätzliches Geld, mal sollten sie Geld an eine Wohltätigkeitsorganisation bezahlen.

Während des Versuchs registrierten die Forscher mithilfe eines Kernspintomografen die Aktivität eines bestimmten Teils im Belohnungszentrum des Gehirns - des ventralen Striatums. Wenn die Nervenzellen in diesem Bereich kokainähnliche Substanzen ausschütten entstehen angenehme Gefühle. Wie die Hirnbilder zeigten, waren die Belohnungszentren nicht nur dann aktiv, wenn die Probanden Geld erhielten, sondern auch, wenn sie Geld spendeten.

Daraufhin untersuchten die Forscher, ob Menschen besonders glücklich sind, wenn sie sich aus freien Stücken für eine selbstlose Tat entscheiden. Ihre Vermutung bestätigte sich. So wurde nach einer freiwilligen Spende besonders viel von der körpereigenen Droge im Gehirn freigesetzt.

"Unsere Befunde zeigen, dass es viele Menschen zufriedenstellt, wenn sie einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten können", sagt der Mitverfasser der Studie, Ulrich Mayr vom National Bureau of Economic Research im US-amerikanischen Cambridge. Mayr und seine Kollegen wollen nun untersuchen, weshalb es Steuerzahlern so wenig Freude bereitet, dem Staat Geld zu geben. (xdu.)

Science, Bd. 15, S. 1622

Berliner Zeitung vom 15. Juni 2007

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