"Ein Turm für Senzig"

Markantes Wahrzeichen geplant / Kirchengemeinde sammelt Spenden

FRANK PECHHOLD

So soll der am Gemeindehaus geplante Kirchturm aussehen. 
So soll der am Ge-meindehaus geplante Kirchturm aussehen.
Montage: Guder

SENZIG "Ein Turm für Senzig" lautet das Motto einer Spendenaktion der Evangelischen Lukasgemeinde Königs Wusterhausen. Gebeten wird um Geld für einen Kirchturm. Benötigt werden 62 000 Euro, um das neue Wahrzeichen des Ortes zu errichten.

"Eine Kirche im eigentlichen Sinne gab es früher in Senzig nicht", weiß Ortschronist Heinz Globig. Als König Friedrich I. die Kreuzkirche bauen ließ, soll er gesagt haben, die Senziger und Niederlehmer könnten ja bequem bis Königs Wusterhausen laufen. Erst in jüngster Vergangenheit erwarb die Kirchengemeinde die ehemalige Gaststätte Grohmann, um sie als 2002 ausgebautes Gemeindezentrum zu nutzen. Globig: "Jetzt wollen sie noch einen Turm dran hängen. Das ist in Ordnung."

"So etwas kommt absolut selten vor", weiß Manfred Guder von der Bauverwaltung des Kirchenkreises Berlin-Neukölln. Den Bau eines neuen Kirchturms habe er noch nie betreut. "Ich bin begeistert", freut sich Ortsbürgermeisterin Hannelore Gabriel. Diese Begeisterung teile auch der Ortsbeirat, in dem das Projekt bereits besprochen wurde.

Längst ist das evangelische Gemeindehaus ein echtes Zentrum für den ganzen Ort geworden. Es wird vom Schulchor bis zum Heimatverein genutzt. "Ein Kirchturm würde uns helfen, uns auch optisch deutlicher als Christengemeinde zu profilieren", so Cornelia Marquardt. Sie ist Pfarrerin der erst Anfang Juni aus den bis dahin eigenständigen Kirchengemeinden Zernsdorf, Niederlehme und Senzig gebildeten Lukasgemeinde. Außerdem benötige jede Kirche eine Glocke, die zum Gottesdienst läutet, meint Cornelia Marquardt.

"Eine Glocke haben wir schon", sagt Manfred Guder. Die stamme aus der Kirche in Blankenfelde (Nachbarkreis Teltow-Fläming). Hier habe der Blitz in den 80er Jahren eingeschlagen und einen verheerenden Brand ausgelöst. Im Zuge des Wiederaufbaus hätten die Blankenfelder ein neues Geläut erhalten. "Aber eine alte Glocke hat den Brand überlebt", so Guder: "Also habe ich die Blankenfelder gefragt, ob sie die Glocke nicht ihren Brüdern und Schwestern in Senzig geben wollen."

Auch das Fundament und günstig erworbene Stahlträger für den 16,5 Meter hohen Glocken-Turm sind bereits vorhanden. Dessen äußeres Kleid wird aus verzinktem Stahl oder unbehandeltem Lärchenholz bestehen. Goldenes Gelb soll den Kern und die Spitze des Turmes schmücken, ein vergoldetes Stahlkreuz das Bauwerk krönen. "Das wäre ein markantes Wahrzeichen für Senzig", sagt Ortsbürgermeisterin Hannelore Gabriel.

Bisher liegt der Spendenerlös bei rund 6000 Euro, knapp ein Zehntel der benötigten Summe. Weitere Spenden sollen bei den im September geplanten "Turmfestspielen" zusammenkommen. Guder: "So wie ich die Senziger einschätze, werden sie das mit dem Turmbau spätestens im übernächsten Jahr schaffen."

Märkische Allgemeine vom 19. Juni 2007

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