Kirchensanierung beginnt mit Bauwoche

Mertensdorfer helfen seit Montag bei Renovierung / Bauarbeiten sollen bis Oktober dauern

CARSTEN SCHÄFER

MERTENSDORF Von innen sieht die Mertensdorfer Kirche mittlerweile ziemlich kahl aus. Alle Stühle sind verschwunden, eine Zwischenwand wurde bis auf die Stützbalken herausgeholt, von den Heizungen sind nur die Löcher für die Abluft in den Wänden geblieben. Außen umstellen Gerüste den alten Bau.

Am Montag hat die Renovierung der Kirche des Dorfes mit einer Bauwoche der Gemeindemitglieder und Dorfbewohner begonnen. Noch bis Freitag wollen sie die vor der eigentlichen Sanierung notwendigen Abrissarbeiten erledigen, sagte Pfarrer Volker Gebhard gestern. Nur das Dach bleibt erst einmal noch auf der Kirche - erst wenn die erforderlichen Zimmererarbeiten erledigt sind, werden die alten Dachpfannen in einem weiteren Arbeitseinsatz heruntergeholt. "Wir wollen ja nicht, dass es reinregnet", kommentierte einer der Helfer gestern nüchtern.

Die Bauwoche und der zusätzliche Arbeitseinsatz sind der eigene Beitrag der Mertensdorfer zur Sanierung der Kirche. "Es ist echt bewegend, wie das Dorf sich einbringt", lobte Volker Gebhard gestern die Hilfsbereitschaft der Einwohner, die unabhängig von ihrer Mitgliedschaft in der Kirche mitarbeiten. So hat in der Bauwoche der Mertensdorfer Heizungs- und Sanitärunternehmer Herbert Klinger ehrenamtlich die Bauleitung übernommen.

Zu tun ist genug an dem Gotteshaus, erläutert der Pfarrer. "Eigentlich muss fast alles gemacht werden", sagte er der MAZ. Viele Balken der Fachwerkkonstruktion sind schadhaft und müssen ausgewechselt werden, das Dach muss neu gedeckt werden und der Innenraum erneuert werden.

186 000 Euro kostet die Sanierung insgesamt. Die Hälfte davon, 93 000 Euro, kommen aus einem Förderprogramm für die Kirchensanierung vom Land. 37 200 Euro hat die Landeskirche Berlin-Brandenburg aufgebracht, 13 000 Euro der Kirchenkreis, 5000 Euro gab der Landkreis Prignitz dazu. Die restliche Summe finanziert die Gemeinde aus dem Verkauf von Land, aus der Baurücklage und aus Spenden. 1200 Euro sind bisher eingegangen, 4000 sollen es nach den Planungen der Gemeinde einmal werden. "Wir freuen uns über jede Spende", so Pfarrer Gebhard. Auch über Kleinstbeträge von 10 oder 20 Euro - sie seien für Hartz-IV-Betroffene im Zweifelsfall schwieriger aufzubringen als 500 Euro für jemanden, der viel Geld hat. Auch ganz praktische Unterstützung gab es: "Jemand hat uns auch einfach zwei Balken vorbei gebracht und die gespendet", erzählt der Pfarrer. Auch die Gemeinde Triglitz unterstützt das Vorhaben. Mithelfen wird auch die Mertensdorfer Band "3 Live". Am 12. Oktober gibt sie in der Kirche ein Benefizkonzert bis dahin soll das Gotteshaus allerdings schon fast fertig sein.

Seit fünf Jahren hatte die Kirchengemeinde für die Sanierung des Gebäudes gekämpft und war immer wieder vertröstet worden. Deswegen ist Volker Gebhard nun um so glücklicher, dass die Arbeiten endlich begonnen haben. "Das ist schon ein tolles Gefühl", sagte er gestern.

Märkische Allgemeine vom 20. Juni 2007

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