Wild wuchernde Büsche und Bäume entfernt

Rund um die Kirche in Brügge wird aufgeräumt / Notdürftige Reparaturen sorgen für Schutz vor der Witterung

BEATE VOGEL

BRÜGGE Die kleine Kirche in Brügge (Amt Meyenburg) scheint langsam aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen. Nachdem es im Dezember einen Arbeitseinsatz gegeben hatte, wurden in den vergangenen Monaten Stück für Stück weitere Sicherungsmaßnahmen an dem maroden Gebäude vorgenommen, berichtet Kurt Zander aus Brügge, der sich den praktischen Teil der Arbeiten an der Kirche auf die Fahnen geschrieben hat.

"Wir hatten bereits im vergangenen Jahr beim Natur- und Landschaftsschutz Denkmalpflege Förderverein in Streckenthin eine Maßnahme für Arbeiten rund um die Kirche beantragt", sagt Kurt Zander. Seit dem 1. Juli sind nun drei MAE-Kräfte dabei, das Umfeld der Kirche aufzuräumen. Und da ist allerhand zu sehen. Zuerst einmal fällt auf, dass der alte Schandfleck der ehemalige Jugendclub abgerissen wurde. So ergibt sich schon bei der Anfahrt ein wunderbarer Blick auf die kleine Kirche. Inzwischen sind die Reste des Jugendclubs entsorgt, nur das Fundament ist noch zu sehen. "Das wollen wir mit schweren Maschinen noch in dieser Woche aufräumen", sagt Kurt Zander. Dafür stellt er die nötigen Fahrzeuge zur Verfügung. "Für die Sachkosten kommen die Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf und private Sponsoren auf", weiß Kurt Zander.

Holzplatten schützen vor Nässe

Im Februar dieses Jahres waren die kaputten Fenster der Kirche abgedichtet worden. Nun schützen genau eingepasste Holzplatten vor Nässe und eindringendem Laub. In den Giebeln der Fenster wurde jeweils ein Stück freigelassen und mit so genanntem Kükendraht gesichert: "Damit die Querlüftung gewährleistet ist, aber dennoch keine Tauben hineinfliegen können", erklärt der Brügger. Ende Juni erfolgte eine Dachreparatur. Teilweise wurde auch das Gesims neu gemauert, weil sich hier und da Ziegel lösten. Auch das kleine Türmchen auf dem Dach wurden verputzt und gesichert. Nun ist vorerst einmal von außen alles dicht. Bis dahin konnte der Regen durch offene Dachfenster ungehindert eindringen und das Gebälk schädigen. Verwendet wurden für die Reparatur bereits vorhandene Schieferschindeln.

Während der Dachreparatur wurde allerdings laut Kurt Zander festgestellt, dass der Dachstuhl marode ist. Eigentlich müsste er erneuert werden. Zurzeit läuft alles darauf hinaus, die alte Kirche zu sichern, sodass die Elemente nicht noch größeren Schaden anrichten können.

Den Park wieder herstellen

Zunächst soll aber das Umfeld der Kirche gestaltet werden: Nachdem der Jugendclub abgetragen wurde, werden nun wild wuchernde Büsche und Bäume beschnitten oder entfernt. Unebenheiten werden verfüllt und begradigt. So soll im Dorfzentrum rund um die Kirche ein parkähnliches Gelände entstehen. "Wenn es uns gelingt, den Park herzustellen, werden wir in den nächsten Jahren erst einmal nur Pflegemaßnahmen wie Mähen oder Hecken schneiden haben", hofft Kurt Zander.

Das nächste große Projekt wäre, die Fenster mit neuem Glas zu versehen natürlich keine teure Bleiverglasung, sondern einfache Fenster. "Da wären wir für Spenden sehr dankbar", sagt der Brügger. Im Moment ist es sehr dunkel in der Kirche.

Nach wie vor besteht aber laut Kurt Zander das Problem, was nach einer möglichen Sanierung mit der Kirche passieren soll. "Uns fehlt noch immer ein Nutzungskonzept." Er könnte sich aber vorstellen, dass man sie als kulturellen Raum nutzt, etwa für Lesungen, Konzerte oder Modenschauen. Wenn im Herbst einiges fertig ist, sollen die Brügger zu einer Kaffeetafel an der Kirche eingeladen werden. "Dann können sie sehen, was alles geschaffen wurde, und mit Überzeugung dranbleiben", wünscht sich Zander.

Märkische Allgemeine vom 01. August 2007

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