Bauarbeiter rücken bald an

Dorfkirche in Lübnitz wird nun saniert

LÜBNITZ Christian Bonte-Friedheim entstammt der Familie von Lochow, er ist der Enkel des letzten Gutsbesitzers von Lübnitz. Er engagiert sich seit geraumer Zeit für die Dorfkirche. Über den Stand der Dinge informierte Bonte-Friedheim im Gespräch mit MAZ-Mitarbeiter Andreas Koska.

Der Renovierungsbedarf an der Lübnitzer Dorfkirche ist längst bekannt, Ende August wird der erste Bauabschnitt in Angriff genommen. Wie kam es dazu?

Bonte-Friedheim: Nach Gesprächen mit engagierten Leuten wie Martha Gleiniger aus Niemegk und Herrn Buliz sowie einem MAZ-Artikel habe ich mich entschlossen, einen Freundeskreis zu gründen und die Renovierung finanziell zu unterstützen. Außerdem stand der 100. Geburtstag meiner Mutter Sibylle Friedheim, geborene von Lochow, die in Lübnitz geboren worden ist, bevor. Das Gut gehörte über 340 Jahre unserer Familie und ich fühle mich unserer Heimat immer noch verbunden.

Hat Sie nicht die vom Gutachter benannte Sanierungssumme von 180 000 Euro abgeschreckt?

Bonte-Friedheim: Ich habe drei Grundsätze: "Beginne damit, das Nötige zu tun." In diesem Falle hieß es, einen Freundeskreis zu gründen, einen Fördermittelantrag zu stellen und vor allem die bürokratischen Hürden zu überwinden. Die kirchlichen Behörden und die Bau- und Denkmalämter waren zu überzeugen. Zweitens: "Tue das Mögliche", dazu gehörte unter anderem die Bitte an die Gäste meiner Mutter, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen zu Gunsten der Kirchenrenovierung zu spenden.

Waren Sie über die vergleichsweise schnelle Bearbeitung der Bauanträge erstaunt?

Bonte-Friedheim: Ja, allerdings war die schnelle Bearbeitung auch Voraussetzung für einige größere Spenden. So gelang es, inzwischen 50 Mitglieder für unseren Freundeskreis Lübnitzer Dorfkirche zu gewinnen. Die Hälfte von ihnen stammt aus der Gemeinde und der Umgebung. Alle anderen sind von uns überzeugt worden, zur Renovierung beizutragen. Auch Stiftungen sind von uns angesprochen worden. Immerhin gilt die Lübnitzer Kirche als eine der schönsten des Flämings. Wir haben tatsächlich die so genannte erste Bauphase finanziell absichern können. Dabei geht es um fast 50 000 Euro.

Zurück zu Ihren Grundsätzen. Was ist der dritte?

Bonte-Friedheim: "Tu das Unmögliche." In diesem Falle bezieht es sich auf den Fortgang der demnächst beginnenden Arbeiten. Die erste Bauphase umfasst die Turmrenovierung. Auch das Kirchenschiff und das Innere müssen noch Instand gesetzt werden. Ich hoffe, dass auch im Fläming diese Arbeiten wahrgenommen werden. Ich habe Landrat Lothar Koch (SPD) in einem Brief über unsere Tätigkeit informiert. Ich hoffe nicht nur auf eine Antwort, sondern auch auf Unterstützung. Nicht zuletzt berät uns auch der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, um Finanzierungsquellen zu finden.

Wo sehen Sie die größten Hürden beim Spenden sammeln?

Bonte-Friedheim: Vor allem in der Tatsache, dass die Renovierungsarbeiten für den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude mehrwertsteuerpflichtig sind. Das heißt, dass fast ein Fünftel des für die Renovierung aufzuwendenden Geldes an den Staat abgeführt werden muss, obwohl wir doch dem Staat einige seiner Aufgaben bei der Pflege von Kulturgut abnehmen. Dies ist für mich und viele unverständlich, besonders für ausländische Spender. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir es schaffen.

Märkische Allgemeine vom 09. August 2007

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