Der Putz ist ab

Innenraum der Staffelder Dorfkirche wird saniert

NADINE FABIAN

STAFFELDE Pfarrer Thomas Triebler pult an seiner Kirche. Er bohrt den Finger in die Wand. Augenblicklich fallen Bröckchen zu Boden. Der Putz ist hin schon seit Jahren. Mit Stockflecken, Rissen und Kellermief ist jetzt aber Schluss. Der Innenraum der Staffelder Dorfkirche wird saniert.

An Dienstag sind die Bauarbeiter angerückt. Sie entfernen den Putz an den Stellen, die von aufsteigender Feuchte aufgeweicht wurden. Seit die Kirche in den 90ern ein neues Dach bekam und das Mauerwerk von außen trockengelegt wurde, hat der klamme Feind die Wände zwar in Ruhe gelassen. Doch die Schäden blieben. "Die Flecken waren nicht groß, aber gut sichtbar", sagt Willi Budach, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates: "Zum Glück haben wir es nicht mit Schimmel oder dem Hausschwamm zu tun."

Auf Mannshöhe ist die Feuchtigkeit gekrochen. Nachdem die Bauarbeiter das Gestühl verrückt und die Gedenktafel abgehängt hatten, haben sie den unter dem Putz liegenden Lehm und teils die Ziegel freigelegt. Wann hier wer geputzt hat, ist nicht bekannt. "Wir wissen nur, dass in den 50ern zum letzten Mal der Maler da war", so Budach.

Auch Restaurator Jochen Hochsieder doktert an der kränkelnden Kirche herum. Er hat an diversen Stellen, etwa an der Patronatsloge, hinter dem Altar und an der Empore, die Schichten der Vergangenheit zu Tage gefördert. "Aus der Renaissance ist wenig übrig, daher lässt sich nicht rekonstruieren, wie der Raum einst aussah", sagt Pfarrer Triebler: "Dafür hat der Restaurator vieles aus dem Barock gefunden und empfohlen, die Kirche entsprechend auszumalen." Beige und Hellgrau sind für Wände, Empore, Bänke und Decke vorgesehen.

"Am Totensonntag wollen wir hier wieder Gottesdienst feiern", sagt Budach. Im nächsten Jahr sollen in einem zweiten Bauabschnitt der Turmaufgang und die Fassade der Loge hergerichtet werden. Dafür sind Mittel beantragt. Die Kosten für die aktuelle Maßnahme, 20 000 Euro, trägt die Kirchengemeinde indes allein. "Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen", sagt Willi Budach. Wer helfen will, wendet sich an ihn: 033055/ 7 05 68.

Märkische Allgemeine vom 14. September 2007

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