Vom tiefsten Bass bis zum höchsten Sopran

Beim Kreiskirchentag in Lenzen wurde die restaurierte Orgel zu St. Katharinen eingeweiht

LENZEN "Ich würde eigentlich lieber ohne ein Mikrofon reden", sagte Harald Vogel, Professor an der Bremer Musikhochschule, zu Beginn seines Vortrages. "Die Orgel braucht schließlich auch keins", meinte er und musste dann aber doch sehr laut reden, um von den knapp 100 Interessierten gehört zu werden. So viele hatten sich eingefunden, um beim Kreiskirchentag den Vortrag an der Orgel über die Orgel zu hören. Harald Vogel, früher Landeskirchen-Musikdirektor für den Raum Norddeutschland gab sein Wissen über die restaurierte Orgel in der Lenzener St.-Katharinen-Kirche preis.

Das Instrument wurde 1759 von Orgelbauer Gottlieb Scholtze geschaffen. Veränderungen wurden 1929 und 1982 vorgenommen. Im Januar des Vorjahres begannen die Mitarbeiter der Orgelbaufirma Hüfken mit dem Abbau zu Restaurierungszwecken. Dabei wurde streng darauf geachtet, dass die Orgel wieder in ihren Originalzustand zurückversetzt wird. "Einige Pfeifen sind wirklich noch von 1759, andere wurden aufwändig erneuert", ließ Harald Vogel wissen. Seit März 2007 wurde die Orgel Stück für Stück eingebaut, nun ist sie wieder voll funktionstüchtig. Kirchenmusiker Vogel wies darauf hin, dass der jetzige Zustand und Klang des Instruments eigentlich eine Weltsensation ist.

Eine Orgel kann übrigens den gesamten menschlichen Stimmumfang imitieren, vom tiefsten Bass bis hin zum höchsten Sopran. Die längste Pfeife, die C-Pfeife, misst in der Lenzener Orgel 2,20 Meter. Professor Vogel erklärte, wie Töne erzeugt werden und dass die Kirchenorgel sowohl mit den Händen, als auch mit den Füßen gespielt wird. Durch das Ziehen der Register entstehen die verschiedenen Tonlagen. Den Restauratoren dankte er für ihre vorzügliche Arbeit.

Anlässlich des Kreiskirchentages gab es verschiedene Gastredner in der Kirche und auf der Burg Lenzen. Rund um die St.-Katharinen-Kirche waren Markt- und Informationsstände aufgebaut. Bei herrlichem Wetter nutzten zahlreiche Gäste das vielfältige Angebot.Als Höhepunkt folgte dann ein Orgelkonzert in der Kirche. Harald Vogel zeigte, dass er nicht nur theoretische Kenntnisse über die Scholtze-Orgel besitzt, sondern sie auch perfekt spielen kann. Es erklangen Stücke von Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude und Johann Ludwig Krebs. Dazu hatten sich rund 250 Menschen eingefunden und dem Kreiskirchentag somit einen würdigen Abschluss beschert.

Märkische Allgemeine vom 25. September 2007

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