Erste Taufe seit vielen Jahren

Von Sonja Jenning

Tempelberg (GMD) Der Förderverein Dorfkirche Tempelberg zieht eine positive Bilanz des ersten Kirchensommers. Etwa 12000 Euro Spendengeld konnten eingenommen werden. Hinzu kommen 2500 Euro Preisgeld vom Förderverein Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

"Es ist ein Wahnsinn, was in so kurzer Zeit alles passiert ist", sagt Kerstin Hellmich vom Förderkreis Dorfkirche Tempelberg, wenn sie an die zurück liegenden Monate denkt. Ein Ereignis habe das andere gejagt: Angefangen vom Tag des offenen Ateliers im Mai über die Fontane-Lesung mit Otto Mellis und die Glockentour im Sommer bis zur Abschlussveranstaltung Ende September, einem Vortrag über die Geschichte von Dorf und Kirche und die Verbindung zu den legendären Tempelrittern.

12000 Euro Spendengeld konnte der Verein auf diese Weise im vergangenen halben Jahr einnehmen. "Das ist eine Summe, an die ich nie zu denken gewagt hätte", so Kerstin Hellmich und fügt hinzu: "Wir sind für jede Spende, egal wie hoch sie ist, dankbar." Dazu zählt auch der Einsatz vieler Tempelberger, die sich mit Ideen bei der Planung und tatkräftiger Hilfe bei der Durchführung der Veranstaltungen eingebracht haben. "Auf diese Weise konnten wir, obwohl wir ganz ohne eigene finanzielle Mittel begonnen haben, ein qualitativ hochwertiges Programm auf die Beine stellen", sagt die Tempelbergerin. Alle Veranstaltungen wurden sehr gut angenommen, die Kirche war fast immer gefüllt bis auf den letzten Platz. "So konnten wir auch das kulturelle Leben bereichern und das Gemeinschaftgefühl im Dorf stärken", so Kerstin Hellmich. Allein das zu erreichen, sei die ganze Mühe wert gewesen - und habe letztendlich auch die Skeptiker überzeugt.

Eine besondere Überraschung und Freude war die Auszeichnung des Vereins durch den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg Mitte September. Mit dem Preisgeld in Höhe von 2500 Euro sollen Flyer für die nächsten Veranstaltungen gedruckt sowie ein Banner angeschafft werden. Denn der Kirchensommer 2008 ist bereits in Planung. In diesem Jahr werden noch ein Adventskonzert und ein Krippenspiel zugunsten der Kirche stattfinden.

Die Kirche, die im 13. Jahrhundert von den Tempelrittern erbaut wurde, weist zahlreiche Schäden, unter anderem am Turm, auf. Die Kosten der Renovierung werden auf etwa 80000 Euro geschätzt. Der Zustand des Gotteshauses hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verschlechtert, berichtet Kerstin Hellmich von den jüngsten Begehungen mit dem Architekten und Mitarbeitern des Denkmalschutzes. Die bereits vorhandenen Risse an der Patronatsloge haben sich vergrößert. Neue Schäden am Dach müssen noch vor Einbruch des Winters repariert werden.

"Wir arbeiten dabei natürlich eng mit dem Bauherrn, der Kirchengemeinde Heinersdorf-Demnitz, zusammen", betont Kerstin Hellmich. Die zahlreichen Aktivitäten um die Kirche tragen jedoch noch andere Früchte: Das Gotteshaus ist aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht. So gab es in diesem Jahr seit langer Zeit wieder eine Taufe und eine Trauung. Eine weitere Taufe ist bereits angemeldet. "Das ist doch ein Zeichen, dass es vorwärts geht", sagt Kerstin Hellmich.

Märkische Oderzeitung vom 10. Oktober 2007

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