Wetterhahn kräht wieder

Ostgiebel von Sankt Marien erhielt neuen Windrichtungsanzeiger

KARSTEN LEWERENZ

Geschafft 
Geschafft: Pfarrer Schmidtke (l.) und Lars Schröder sinken wieder zu Boden.
Foto: Lewerenz

GRANSEE Als Heinz-Dieter Schmidtke gestern Vormittag den Hebekorb besteigt und sich an der Seite von Lars Schröder in luftige Höhe bugsieren lässt, ist der neue Wetterhahn längst auf seinem angestammten Platz, auf der Spitze des östlichen Schaugiebels der Sankt-Marien-Kirche befestigt.

Seit Stunden verfolgen einige Neugierige das Schauspiel. Schließlich ist ein Kran nicht alle Tage auf dem Kirchplatz im Einsatz. Schon gar nicht, wenn’s um Reparaturen an der Kirche geht. Langsam, aber sicher frösteln sie, einige suchen ihre warmen Stuben auf.

Die neue Windfahne ist vom Granseer Erich Beeske angefertigt worden. Pfarrer Heinz-Dieter Schmidtke erklärt: Danach wurde der alte Wetterhahn im Januar Opfer des Orkans "Kyrill". Gransees Ehrenbürger und langjähriger Feuerwehrmann Heinz "Cherry" Zander hatte seine kläglichen Überreste am Fuße der Kirche entdeckt. "Totalschaden", erklärt Schmidtke. Kurzerhand kümmerte sich die Kirchengemeinde um eine neue Zierde für den Ostgiebel. Bauschlosser Erich Beeske erhielt den Auftrag, ein neues Schmuckstück herzustellen. Beeske legte sein ganzes Können in das Projekt, formte aus Chromnickelstahl einen neuen Hahn. Schmidtke und die meisten Mitglieder des Gemeindekirchenrats zeigten sich von dem, was Beeske geschaffen hatte, begeistert. Was jetzt noch fehlte, waren Leute, die die etwa 60 mal 60 Zentimeter große Figur auf dem Giebel befestigen. Gestern nun rückte der Lindower Dachdeckermeister Uwe Melzer mit seinen Kollegen und einem Autodrehkran an, um das Werk zu vollenden. Bernd Melzer und Lars Schröder bestiegen vor Schmidtke den Arbeitskorb, ließen sich vom Kranausleger auf die Giebelspitze in 32 Meter Höhe hieven. Der Wind machte den beiden zwar ein wenig zu schaffen, der Korb schwankte. Aber wenige Minuten später war der Wetterhahn sicher befestigt.

Als Schmidtke wieder festen Boden unter den Füßen hat, ist er ein wenig bleich. Nicht wegen der "Luftreise", sondern wegen des Zustands des Giebels. "Viele kleine Stückchen brechen aus dem Mauerwerk. Wenn nicht bald was passiert, passiert was", macht Schmidtke auf dringende Reparaturen aufmerksam.

Märkische Allgemeine vom 23. Oktober 2007

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