Zwei Kapseln auf Zeitreise geschickt

Neue Bekrönung auf sanierten Glockenturm der Mühlenbecker Dorfkirche gesetzt

HELGE TREICHEL

MÜHLENBECK Zwei Kartuschen mit Zeitungen, zusätzlichen Fotos und Berichten sowie ein paar Münzen wurden gestern in Mühlenbeck im Beisein zahlreicher Schaulustiger auf eine Zeitreise in die Zukunft geschickt. Dies geschah, nachdem die neue Bekrönung samt Kreuz wieder auf den Helm des Kirchturmes gesetzt worden war. In der beschädigten Zinnkugel von 1871/73 hatten bereits Vögel genistet, sodass diese und der Turmknauf von 1987 erneuert werden mussten. In der neu angefertigten Kugel mit einem Durchmesser von 42 Zentimetern sollen die beiden Kapseln die nächsten Jahrzehnte überdauern, und deren Inhalt soll dereinst von unseren sowie vergangenen Tagen künden.

Neben aktuellen wurden auch die gefundenen historischen Dokumente wieder sorgsam verpackt. Letztere tragen die Jahreszahlen 1930 und 1987. Unter den Stücken ist ein "Neues Deutschland" vom 15.Oktober 1987 "mit einer Rede von Gorbatschow", wie Pfarrer Bernhard Hasse zur Erheiterung der Gäste anmerkte. Außerdem präsentierte er die Geldstücke und verlas den beigefügten Bericht über die gegenwärtigen Sanierungsarbeiten, worin außerdem mit einigen Sätzen auf die politische, wirtschaftliche und ökologische Situation unserer Welt eingegangen wird.

Seit Juni dieses Jahres wird der Glockenturm der Dorfkirche saniert. Die Arbeiten an Dach und Fassade sollen bereits in der nächsten Woche abgeschlossen sein. Erst die zweckgebundene Erbschaft einer Mühlenbeckerin in Höhe von 100000Euro habe dieses dringend erforderliche Sanierungsvorhaben ermöglicht, sagte Pfarrer Hasse. Weitere 40000Euro habe die Gemeinde, 30000Euro die Landeskirche und 20000Euro der Kirchenkreis beigesteuert. Spenden und Lottomittel hätten die Summe ergänzt. Die reicht allerdings noch nicht ganz aus, sodass die Mauerfugen des Kirchturms nicht ganz bis hinunter zum Fundament erneuert werden konnten. Auch ein behindertengerechter Zugang müsse mit einem Folgeprojekt realisiert werden. Weitere Spenden seien deshalb sehr willkommen, sagte Bernhard Hasse, der sich gestern herzlich bei allen bisherigen Geldgebern bedankte (Kontakt für Spendenwillige: Tel.033056/89017).

Märkische Allgemeine vom 27. Oktober 2007

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