Glocken können wieder läuten

Abschluss der Turmsanierung in Glienecke mit Dankgottesdienst und gemeinsamer Kaffeetafel begangen

GLIENECKE Die Glienecker sind jetzt ein Stück weiter: Der Glockenturm ihrer aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Feldsteinkirche strahlt wieder in neuem Glanz. Der Abschluss der Turmsanierung ist am Sonntag, an dem auch die Gemeindekirchenratswahl stattfand, mit einem Dankgottesdienst begangen worden. Im Anschluss traf man sich zum gemeinsamen Kaffeetrinken.

"Der Glockenturm konnte gar nicht mehr geläutet werden", erinnerten sich Erwin Rawolle und Horst Wolter, die seit vielen Jahren das Außengelände um das Glienecker Gotteshaus herum sauber halten. Eine Sanierung des altersschwachen Kirchturmes, dessen Schäden immer offensichtlicher wurden, war daher dringend notwendig geworden. Entgegen der Planung konnte mit der Restaurierung aber nicht im Herbst vergangenen Jahres begonnen werden, sondern erst in diesem Frühjahr (MAZ berichtete). Die Adam GmbH aus Schachdorf führte die Arbeiten durch und konnte sie im August beenden. So wurde das Gefach ausgewechselt, zwei Hölzer wurden ausgetauscht und zwei neu gesetzt. Die Schalllucken sind gänzlich erneuert worden. Auch mussten die Hölzer, die die Dachgaube tragen, ausgewechselt werden. "Diesen Schaden sah man erst, als die Bauarbeiter bei den Restaurierungsarbeiten waren", erklärte Pfarrerin Jana Büttner.

"Die Reparatur ist teurer geworden, als wir eigentlich geplant hatten", erklärte Ortsteilbürgermeister Matthias Laube. Er erinnerte auch an den Kraftakt, bevor es überhaupt losgehen konnte. Insgesamt sind 38 800 Euro in die Sanierung des Fachwerkturmes geflossen. Die Kirchengemeinde Glienecke steuerte 10 000 Euro bei, die Stadt Ziesar gab 600 Euro dazu. Finanziell unterstützt wurde die Turmsanierung auch von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und vom Kirchenkreis Elbe-Fläming, der sich mit einer größeren Summe beteiligte. Die Glienecker hatten bereits im vergangenen Jahr für die Turmsanierung gesammelt und dazu gab es ein Konzert in der Kirche. "Es haben auch viele Geld gespendet, die nicht in der Kirche sind", betonte Pfarrerin Jana Büttner. Denn die Kirche ist in den kleinen Orten nicht mehr nur ein Ort des Betens, sondern es findet dort auch viel Gemeinwesenarbeit statt. "Die Menschen sind schon daran interessiert, dass ihre Kirchen in den Dörfern intakt sind", erklärte Büttner. Die Kirchenältesten von Glienecke Christina Franke, Annemarie Wolter und Edda Richter hatten diesen Dankgottesdienst zum Abschluss der Turmsanierung angeregt und zum anschließenden Kaffeenachmittag eingeladen. Zufrieden sind nun die rund 100 Kirchenmitglieder, denn ihr Gotteshaus verfügt jetzt über ein neues Dach und einen sanierten Glockenturm. "Wir wollten eigentlich noch die Fugen an der Wand verputzen lassen, dazu reichte aber das Geld nicht mehr", erklärten Pfarrerin Jana Büttner und Ortsbürgermeister Matthias Laube. "In absehbarer Zeit müssten noch die Fenster erneuert werden und später auch die Orgel", überlegen beide. Die Kirchengemeinde nutzt die Kirche zweimal im Monat für Gottesdienste. Die Innenausstattung stammt aus dem 17. Jahrhundert. "Es ist mit das älteste Gotteshaus in unserem Kirchenkreis", erklärte die Pfarrerin. Erwin Rawolle und Horst Richter halten aber nicht nur das Außengelände sauber, sondern sorgen beide seit fast 20 Jahren auch dafür, dass die Turmuhr geht. "Jeden Sonntag steigt einer von uns in den Glockenturm und zieht die Uhr wieder auf."

Märkische Allgemeine vom 30. Oktober 2007

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