Ganz oben thront jetzt eine Kugel mit Geschichte

Boberower bekrönten gestern in einer feierlichen Zeremonie den Turm ihrer Kirche

BIANKA BOOCK

BOBEROW Einen wie es Pastorin Marie-Luise Klehmet bezeichnete "geschichtsträchtigen Moment" haben gestern die Bewohner des Karstädter Ortsteils Boberow erlebt. Im Zuge der gegenwärtigen Instandsetzung des Kirchturmes wurden eine Kugel, ein Kreuz und eine Wetterfahne aufgebracht, etwas, das nicht alle Tage passiere. Deshalb gab es auch eine kleine Zeremonie. Zunächst bestückte Kirchenältester Detlef Guhl eine Schatulle mit der Festschrift zur 675-Jahrfeier Boberows, den beiden aktuellen Tageszeitungen, einem Satz der offiziellen Kursmünzen, Fotos von der Kirche, dem Einwohnermeldeverzeichnis und einem Bericht über die heutige Zeit, den er anschließend zusammen mit Marie-Luise Klehmet verlas. Darin ist von der Kirche und dem Dorf die Rede, sodass die Leser der Zukunft beispielsweise etwas von der Kirchensanierung erfahren. Wie die Pastorin sagte, ist 1996 das Innere gestaltet worden, 2006 wurde das Dach mit Biberschwänzen neu gedeckt und im Herbst dieses Jahres erfolgte die Instandsetzung des Kirchturms. Die Maßnahme umfasse das Restaurieren der Strebepfeiler und des Gebälks, das Abdichten der Risse, das Neueindecken des Turms mit Biberschwänzen und den Anbau einer Blitzschutzanlage. Die Arbeiten kosten insgesamt 62 000 Euro. Daran beteilige sich die Landeskirche mit 12 000 Euro, der Kirchenkreis mit 6000 Euro, der Landkreis mit 5000 Euro und die Kirchengemeinde samt Spendern mit 39 000 Euro. Damit sei die Kirche nun überwiegend wieder in Ordnung. Dies soll im Frühjahr nächsten Jahres mit einem Gottesdienst gefeiert werden, kündigte Detlef Guhl an. Ebenfalls 2008 rechnen die Boberower mit dem Abschluss der Arbeiten an der Orgel. Diese werde derzeit mit Hilfe von Spenden der Gemeinde, der Kirchengemeinde und von Manfred Müller restauriert. Aber auch die momentane Situation im Dorf beschrieb Detlef Guhl. So erfuhren die Gäste, dass derzeit 194 Menschen in Boberow und Gosedahl leben, welche Firmen und Vereine es gibt, dass bis auf einen Hof alle Gehöfte bewohnt sind und wie sich Struktur seit der Wende verändert hat.

Im Anschluss daran wurde die Schatulle verschweißt, und die Pastorin legte sie in die Kugel, die dann zusammen mit dem Kreuz und der Wetterfahne in zirka 25 Metern Höhe befestigt wurde. Für die festliche Stimmung sorgten eine Abordnung des Posaunenchores Premslin-Seetz mit Chorälen und eine abschließende Kaffeetafel.

Märkische Allgemeine vom 07. November 2007

   Zur Artikelübersicht