Sorgen um die Dorfkirche

Für die Sanierung des Gotteshauses in Stangenhagen werden 173 000 Euro benötigt

UTA FRANKE

Pfarrerin Beate Koschny-Lemke, Manfred Grahl und Evelin Brömel 
Die Dorfkirche in Stangenhagen ist sanierungsbedürftig. Gedanken zur Finanzierung machen sich Pfarrerin Beate Koschny-Lemke, Manfred Grahl und Evelin Brömel (v.l.).
Foto: Hahn

STANGENHAGEN An der Dorfkirche im Ortsteil Stangenhagen der Stadt Trebbin nagt der Zahn der Zeit. "Die größten Schäden sind am Holz des Kirchendaches zu finden. Sie reichen bis in die Balken hinein. Aber auch der Hausschwamm setzt dem Mauerwerk erheblich zu", erklärt Manfred Grahl, Mitglied des Gemeindekirchenrates. Der gebürtige Stangenhagener ist eng mit der Kirche seines Heimatortes verbunden. "Angefangen von der Konfirmation habe ich viele persönliche Erinnerungen im Zusammenhang mit der Kirche", sagt er.

Für Evelin Brömel, zugezogene Stangenhagenerin, hat der Erhalt des Gotteshauses im Ort auch kulturelle und geschichtliche Aspekte. "Die Kirche führt Menschen zusammen", sagt sie. Innen ist die kleine Dorfkirche mit dem barocken Kanzelaltar für sie "eine Schönheit". Außen weisen Risse und Schäden im Sockelbereich gut sichtbar auf die Gefährdung des Bauwerks hin. Letztmalig war der Außenputz 1982 erneuert worden. Stangenhagen gehört vom historischen Ursprung her zum sogenannten Thümschen Winkel, benannt nach der Jahrhunderte alten Patronatsherrschaft derer von Thümen in der Region.

Die Dorfkirche in Stangenhagen wurde 1720 im Auftrag der Familie von Thümen erbaut. Außen, über dem Haupteingang, befindet sich ein Epitaph für Christian Wilhelm von Thümen (1663-1741) mit dem Wappen der Familie von Thümen. "Die Kirchengemeinde hat ein Gutachten zum baulichen Zustand der Kirche anfertigen lassen. Unsere Kirche ist tatsächlich in Gefahr", erzählt sie. Die Sanierung würde rund 173 000 Euro kosten.

"Wir wollen die Kirche als ein Zentrum im Dorf erhalten", so Pfarrerin Beate Koschny-Lemke. Sie kennt die Sorgen um den Erhalt und die entsprechende Finanzierung alter Dorfkirchen aus eigener Erfahrung. Als Pfarrerin ist sie für zwölf Dörfer mit sechs Kirchen zuständig. Bei fünf Kirchen war sie selbst schon als Bauherrin aktiv. Jüngstes Objekt ist die Dorfkirche im Nachbarlandkreis Rieben, die sowohl für kirchliche Zwecke als auch für kommunale Veranstaltungen genutzt wird. "Die Sanierung der Kirche in Stangenhagen ist eine Frage der Zeit. Wir können nicht ewig warten. Wichtig ist es, auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Trebbin und dem Ortsbeirat einen Finanzierungsplan zu erstellen", so ihr Standpunkt.

Die Kirchengemeinde selbst ist offen für Gespräche, Vorschläge und Ideen aller Art. "Am 25. November ist um 9.30 Uhr Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag und zugleich auch Gemeindekirchenratswahl", so Manfred Grahl. Auch für die neugewählten Mitglieder wird das Thema Kirchensanierung Schwerpunkt sein.

Märkische Allgemeine vom 13. November 2007

   Zur Artikelübersicht