Glocken läuten wieder

Instandsetzung wird in der Kuhsdorfer Kirche mit einem Festgottesdienst gefeiert

AXEL KNOPF

KUHSDORF Nach vielen Jahren läuten wieder regelmäßig die Glocken auf dem Kuhsdorfer Kirchturm. Die Glocken aus dem 14. Jahrhundert sind in diesem Jahr ausgebaut worden. Die Reparatur erfolgte in Süddeutschland. Die Kirchengemeinde finanzierte die Aufarbeitung mit eigenen Geldern und mit großzügigen Spenden einzelner Gemeindemitglieder. Am ersten Advent gibt es um 10 Uhr einen Festgottesdienst mit Superintendent Volker Sparre, bei dem die Glocken gesegnet werden.

Bis wann die 555 und 144 Kilogramm schweren Glocken regelmäßig zum Gottesdienst geläutet haben, ist nicht ganz klar. "Vielleicht war das bis in die 1970er Jahren", meint Gemeindekirchenratsmitglied Hans-Rudolf Lais. Aus Sicherheitsgründen durften die Glocken lange nicht betätigt werden. Der Turm hatte erhebliche bauliche Mängel, die in den Jahren 2004 und 2005 beseitigt wurden.

Die Glocken läuten nun jeden Tag um 18 Uhr. Sie werden nicht mehr per Hand, sondern über eine elektrische Anlage in Gang gesetzt. "Wir als Gemeindekirchenrat würden uns wünschen, dass alle das tägliche Läuten zum Anlass nehmen, zur Ruhe zu kommen, um die Freuden und Mühen des Tages Revue passieren zu lassen. Und um für den vergangenen Tag zu danken sowie Kraft und Energie für den kommenden Tag zu sammeln", sagt Inga Veurman, ebenfalls Mitglied im Gemeindekirchenrat.

Über die Reparatur der Glocken freut sich Gemeindebürgermeister Thomas Brandt. "Als Kuhsdorfer bin ich über die Herstellung sehr froh. Sie ist ein weiterer Meilenstein bei der Sanierung der Kirche."

Bei der Kirche handelt es sich um einen Feldsteinbau, der um das 14. Jahrhundert erbaut wurde. Das Gotteshaus ist wie das Pfarrhaus von 1707 ein Baudenkmal. "Nach dem Dreißigjährigen Krieg soll es in Kuhsdorf nur einen Überlebenden gegeben haben, der sich im Turm der Kirche versteckt hatte", so Lais. Im Kirchenschiff gibt es zwei Fenster mit sehenswerten Glasmalereien. Das eine ist 1920 von der Rittergutsbesitzerin Ketter gestiftet worden und zeigt den Heiland. Die andere Glasmalerei ist aus dem 13. Jahrhundert. Sie stellt unter anderem Conrad von Quitzow dar.

2002 ist der Innenraum der Kirche renoviert und weiß gestrichen worden. Dabei wurde an mehreren Stellen der Originalanstrich freigelegt. Als nächstes Projekt will der Gemeindekirchenrat die Sanierung des Altars angehen. Im Holz des Altars ist der Wurm drin. Es gibt für die Arbeiten einen Kostenvoranschlag über 20 000 Euro. Noch ist aber unklar, wie die Kirchengemeinde das Geld aufbringen kann.

Seit wenigen Tagen ist draußen vor dem Ostgiebel der Kirche der Grabstein des ehemaligen Kuhsdorfer Pfarrers Johannes Kopp (1968 1935) wieder aufgestellt worden. "Dies haben wir auf Wunsch seiner Nachfahren gemacht", erklärt Hans-Rudolf Lais.

Märkische Allgemeine vom 29. November 2007

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