Drei Tonnen Spitze schwebten herab

Sanierung der Groß Schulzendorfer Kirche kann noch dieses Jahr abgeschlossen werden

GROß SCHULZENDORF - Spender sorgen für ein glückliches Ende der Kirchturmsanierung in Groß Schulzendorf.

Seit Juni wird an dem 1744 errichteten Turm der Groß Schulzendorfer Kirche gebaut. Dabei gab es immer wieder Unwägbarkeiten. "Das ist bei solchen Konstruktionen fast absehbar", wie Manfred Guder erklärt, der Baubeauftragte des Kirchenkreises Zossen. Doch trieben der Schwamm im Holz und marode Balken die Baukosten von geplanten 75000 Euro auf nunmehr 112000 Euro in die Höhe. Mitte Oktober verfasste Pfarrer Burkhardt Petzold deshalb einen neuen Spendenaufruf, um das fehlende Geld aufzubringen.

Davon hörte auch der Ludwigsfelder Bürgermeister Heinrich Scholl (SPD). Und der wusste aus eigener Erfahrung um die Probleme mit alten Gemäuern. Im Regionalrat der Mittelbrandenburgischen Sparkasse sprach er das Problem mit Blick auf den nahenden Winter an, "da rückten dann alle Bürgermeister zusammen und entschlossen sich, die fehlenden 18000Euro bereitzustellen", erzählte Scholl. Dazu kommen noch 8015 Euro an Einzelspenden, die Petzold ganz besonders freuen, "das ist eine ganz tolle Sache", lobte er die meist einheimischen Spender. Damit kann die Sanierung des Kirchturms noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Und mit ein wenig Glück "läuten die Glocken noch vor Heiligabend", so die Hoffnung von Pfarrer Petzold.

Gestern trafen sich die Gemeindeglieder, um gemeinsam das Aufsetzen der Turmspitze zu erleben. Die Spitze wiegt rund drei Tonnen und wurde mit einem 70-Tonnen-Kran in rund 20 Meter Höhe gehoben. Dazu sangen die zwei Dutzend anwesenden Groß Schulzendorfer "Großer Gott, wir loben dich". Nicht nur bei Lars Peters herrschte große Erleichterung, "dass dieses Bauvorhaben doch noch zum glücklichen Ende kommt". Das Mitglied des Gemeindekirchenrates freut sich über das Engagement und darüber, "dass die ganze Dorfgemeinschaft zusammengehalten hat".

In den kommenden Tagen werden die Holzverschalung des Turms fertiggestellt und die Turmuhr eingebaut. Dann fehlt nur noch der Anstrich, "das werden wir im kommenden Jahr auch noch schaffen", so schätzt Ortsbürgermeister Eckehard List, und vertraut dabei auf "seine" Groß Schulzendorfer. (Von Mike Jentsch)

Märkische Allgemeine vom 06. Dezember 2007

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