Das Dach ist freigelegt

In der Marienkirche in Trebbin finden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt

TREBBIN - Die Marienkirche direkt am Trebbiner Rathaus ist eingehüllt. Im Frühjahr begannen die dringend notwendigen und aufwändigen Sanierungsarbeiten. Zurzeit wird der Dachstuhl erneuert.

Vom evangelischen Pfarramt aus hat Pfarrer Clemens Liepe die gegenüber liegende verhüllte Marienkirche im Blick. Im Inneren des unter Denkmalschutz stehenden Gotteshauses wird abgerissen und saniert. "Das Dach ist freigelegt, die Orgel ausgebaut. Auch die Innendecke ist weg", erklärte Clemens Liepe. Er verfolgt die Arbeiten genau. Aber auch viele Gemeindeglieder interessieren sich für das, was derzeit in der Kirche passiert. Im Informationskasten der Kirche sind Fotos vom Fortgang der Renovierung in der Kirche zu sehen. Viele Trebbiner würden sich gern selbst in der verhüllten und zugleich freigelegten Kirche umsehen. "Während der Arbeiten hat es ein paar Probleme gegeben. So zeigten sich unvermutet neue Schäden", sagte der Trebbiner Pfarrer. Beispielsweise stürzte ein Teil des Gesimses ein.

Mit den Mehrarbeiten erhöhen sich auch die Kosten für die Sanierung, mit der im Frühjahr begonnen worden ist. Damals erfolgte im Rahmen der Neugestaltung des Platzes zwischen Rathaus und Kirche seitens der Stadt Trebbin zugleich die Trockenlegung des Mauerwerks der Kirche. Schwerpunkt ist jetzt der Dachstuhl. Der originale Ursprung stammt aus dem 18.Jahrhundert. Der Turmbau erfolgte wie auch der Umbau im Stil der Garnisonskirche von Potsdam unter Friedrich II. Zu dieser Zeit war der Vater des Malers Wilhelm Hensel, der insbesondere durch seine Porträts bekannt wurde, Pfarrer in Trebbin.

Für die umfangreichen Baumaßnahmen waren ursprünglich rund eine Million Euro veranschlagt, verteilt auf drei Jahre. Das werde nun nicht mehr reichen, so Clemens Liepe. Inzwischen gibt es diesbezüglich auch neue Überlegungen. So ist die Gründung eines Fördervereins für die Marienkirche im kommenden Jahr im Gespräch.

Flexibilität ist aufgrund der Bauarbeiten auch hinsichtlich der kirchlichen Veranstaltungen wie Gottesdienste nötig. "Aber da haben wir eine Lösung gefunden", berichtete der Pfarrer. Für ihn ist eine kleine Episode bedeutungsvoll. Im Kirchturm nistende Schleiereulen haben trotz der Bauerei bis September zwei Junge aufgezogen. (Von Uta Franke)

Märkische Allgemeine vom 12. Dezember 2007

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