Hilfe für historische Mauern

Die "Stiftung brandenburgische Dorfkirchen" soll die Arbeit des Förderkreises "Alte Kirchen" absichern

Seit 1990 setzt sich der Förderkreis Alte Kirchen für den Erhalt und die angemessene Nutzung gefährdeter Kirchen in Brandenburg und Berlin ein. Mit einer Stiftungsgründung soll die Arbeit des Förderkreises erleichtert und auf Dauer abgesichert werden.

Von Frank Bürger

 Bernd Janowski in der Kirche seines Heimatdorfes Melzow
Bernd Janowski in der Kirche seines Heimatdorfes Melzow.
Foto: Frank Bürger

> Die wichtigste Aufgabe des Förderkreises ist es, die 220 lokalen Fördervereine, die sich für den Erhalt der Kirchen vor Ort einsetzen, zu unterstützen. Die kürzlich ertolgte Gründung der "Stiftung brandenburgische Dorfkirchen" soll nun diese Arbeit langfristig ermöglichen.

Wie erfolgreich der Förderkreis inzwischen arbeitet, zeigt ein aktuelles Projekt. Im 80-Seelen-Dörfchen Mellnsdorf im Landkreis Teltow-Fläming wurde vor wenigen Wochen Richtfest gefeiert. Bernd Janowski, Geschäftsführer und Mitbegründer des Förderkreises Alte Kirchen, berichtet, dass die Mellnsdorfer im Sommer 2005 einen Förderverein gründeten. Dieses Engagement überzeugte schließlich auch Kirchengemeinde und Kirchenkreis, die dem teuren Sanierungskonzept in dem kleinen Dorf anfangs etwas skeptisch begegnet waren.

Bereits 2006 konnte mit Mitteln der Kirchenprovinz Sachsen, des Förderkreises Alte Kirchen und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse der erste Bauabschnitt verwirklicht werden. Die Dächer der Apsis und des Chores wurden saniert. Nachdem auch noch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Förderer gewonnen werden konnte, war es bereits im folgenden Jahr möglich, die Arbeiten fortzuführen. Der Dachstuhl des Kirchenschiffes wurde instandgesetzt und eine neue Deckung aufgebracht. Auch der Turmaufsatz und die Bekrönung sind wieder hergestellt. Das Richtfest war Zeichen eines gelungenen Miteinanders der verschiedenen Fördermittelgeber und der ehrenamtlich engagierten Vereinsmitglieder.

420 Mitglieder zählt der Verein heute. Und sie leben nicht nur in Brandenburg oder Berlin. "Ich beobachte immer aufmerksam, was der Förderkreis alles bewegt", sagt Vereinsmitglied Kurt Glöckler. Der Schuldekan im Ruhestand lebt im nordbadischen Schwetzingen, kommt aber regelmäßig zu den Mitgliederversammlungen.

Nun wurde eine Stiftung gegründet, die eng mit der evangelischen "Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland" (KiBa) zusammenarbeitet. Diese Form der sogenannten "unselbsständigen Stiftung", hat den Vorteil, dass keine Verwaltungskosten anfallen. Den Anstoß zur Gründung gab eine Berlinerin mit großem Herzen, die dem Verein 40 000 Euro zur Verfügung stellte. Dazu kamen weitere 21000 Euro von anderen Spendern, so dass das Startvermögen jetzt aus 61000 Euro besteht. "Unser Ziel ist es, dieses Gründungskapital möglichst bald auf 100 000 Euro zu erhöhen", sagt Janowski. Erst von dieser Summe an sind die jährlichen Zinserträge so hoch, dass sie für die Projekte genutzt werden können. Ab 1000 Euro kann man sich als Zustifter an der Stiftung beteiligen. Bernd Janowski hofft auf weitere Förderer.

Zustiftungen und Spenden für den Förderkreises "Alte Kirchen" unter der Bankverbindung: Kto. 5199767005; BLZ 100 900 00; Berliner Volksbank.
Kontakt zur Geschäftsstelle: Telefon (030) 4493051

Die Kirche vom 14. Dezember 2007

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