Spitze für den Kirchturm

Putlitzer erklären sich bereit, in einem Förderverein mitzuarbeiten

PUTLITZ - Klaus Pirow brachte am Sonnabendvormittag zu dem Treffen im Putlitzer Pfarrhaus alte Schwarz-Weiß-Fotos mit. Auf mehreren Bildern sind er und Karsten Rehfeldt bei der Demontage eines Ziffernblattes zu sehen. Ein oder zwei Jahre bevor die baufällige Kirchturmspitze abgetragen wurde, hatten die zwei Männer die vier Ziffernblätter herunter geholt, damit sie neu gestrichen werden konnten. Im Jahre 1988 musste dann die Spitze wegen Einsturzgefahr abgebaut werden. Klaus Pirow erinnerte sich noch genau daran, wie schief diese war. Das merkte er beim Anstellen der Leiter auf einem Vorsprung am Fuße der Spitze.

Etwa 15 interessierte Einwohner waren am Sonnabend der Einladung von Pfarrer Volkhart Spitzner gefolgt. Er wollte sehen, ob es in Putlitz ein Interesse gibt, den Kirchturm wieder in seinen alten Zustand zu versetzen. "Die Kirche gehört zum Stadtbild", sagte Spitzner. Die Verantwortung für das Gebäude solle bei dem Projekt nicht allein bei den Mitgliedern der Kirchengemeinde liegen, sondern bei den Menschen, die seit Generationen in Putlitz leben. Der Pfarrer war zum Abschluss des Treffens "angenehm überrascht", wie viele Putlitzer einem Förderverein beitreten würden. Über solch einen Verein soll das Geld aufgetrieben werden. 140 000 Euro werden benötigt.

Zu der Versammlung war auch Putlitzí Bürgermeister Bernd Dannemann gekommen. Er werde selbstverständlich in dem Förderverein mitarbeiten. "Die Kirche gehört als Bauwerk zum Ortsbild. Und zu einer Kirche gehört eine Spitze", meinte Dannemann, der selbst nicht Mitglied in der evangelischen Kirchengemeinde ist.

Die Gründung des Fördervereins soll in Kürze vollzogen werden. Mit ihrer Bereitschaftserklärung, in einem solchen Verein mitarbeiten zu wollen, haben die Putlitzer dafür am Sonnabend die Grundlage geschaffen. Offen blieb, wer in dem Förderverein den Vorsitz übernehmen wird.

Die alten Ziffernblätter stehen für einen Einbau jederzeit zur Verfügung. Sie befinden sich im Inneren des Kirchturms. Fehlt eigentlich nur noch die Spitze, an der sie angebracht werden können. (Von Axel Knopf)

Märkische Allgemeine vom 25. Februar 2008

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