JUBILÄUM: Noch leere Seiten im Kirchenbuch

Hohen Neuendorfer Gotteshaus wird 100 / Wer hat Bilder und Dokumente aus der Anfangszeit?

HOHEN NEUENDORF - Die Kirche in der Berliner Straße gehört zu den stadtbildprägenden Gebäuden. 40 Meter hoch ragt der Turm in den Himmel. Nach der Wende wurde das vom Schwamm befallene Gotteshaus aufwändig saniert, sodass es jetzt äußerlich ein Schmuckstück ist. Nun steht der Kirche ein Jubiläum ins Haus. Im kommenden Jahr wird sie 100 Jahre alt.

"Die Einweihung der neuerbauten Kirche fand am Sonntag Estomihi (21. Februar) 1909 2 1/2 Uhr nachmittags statt." "So steht es in der Kirchenchronik", berichtet Franz Noerling von der Kirchengemeinde. Baumeister der Kirche war Georg Büttner (1858 bis 1914). Er war als Leiter des 1906 geschaffenen Kirchlichen Bauamts des Königlichen Konsistoriums der Provinz Brandenburg führend am kirchlichen Bauwesen beteiligt. Die Hohen Neuendorfer Kirche zählt als Frühwerk des Kirchenbaumeisters.

"Wir wissen zwar schon eine ganze Menge über die Geschichte unserer Kirche, aber vielleicht weiß der eine oder andere noch manches mehr", hofft Noerling und ruft die Bürger in Hohen Neuendorf und Umgebung auf, die Kirchengemeinde bei den Jubiläumsvorbereitungen mit Bildmaterial, Dokumenten und Zeitungsnotizen aus der Kirchengeschichte zu unterstützen. "Wir besitzen zum Beispiel nur wenige Bilder aus der Anfangszeit, vom Bau und von Veranstaltungen", berichtet Noerling.

Die Kirchengemeinde plant zu den Feierlichkeiten ein kleines Buch zur Geschichte der Kirche und eine Ausstellung und hofft dabei auf die Hilfe der Bürger. Sie brauchen jedoch keine Angst um ihre Dokumente zu haben, versichert Noerling. Diese werden weder präsentiert noch im Kirchenarchiv verschwinden. Die Gemeinde fertigt Kopien an und gibt die Originale unversehrt zurück.

"Wir haben noch eine zweite Bitte an die Bürger", so Pfarrer Volker Dithmar. In der Vorbereitung für die 100-Jahr-Feier war der Kirchengemeinde die Idee gekommen, ob es nicht sinnvoll wäre, der Kirche einen Namen zu geben. Namenspaten könnten dabei Persönlichkeiten aus der Geschichte, ein religiöser Begriff oder auch ein Tag sein. Ideen sind gefragt.

Für die Geburtstagsfeierlichkeiten hat die Kirchengemeinde drei Tage eingeplant. Am Freitag, 20. Februar 2009, wird es zum Auftakt ein festliches Konzert geben, das die musikalischen Aktivitäten der Kirchengemeinde vereint. "Die Besucher erwartet dabei eine Überraschung", verspricht der Pfarrer. Der Sonnabend, 21. Februar, soll dann ganz im Zeichen der Aktivitäten der Gemeinde stehen. Dafür ist schon mal die Stadthalle reserviert. "Für den Festgottesdienst am Sonntag, 22. Februar, hat unser Bischof Dr. Wolfgang Huber die Predigt zugesagt", verrät Volker Dithmar.

Wer Dokumente zur Verfügung stellen will oder einen Namensvorschlag hat, wird gebeten, sich im Gemeindebüro in der Berliner Straße 40, 03303/504075, Öffnungszeiten Montag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr, oder bei Pfarrer Volker Dithmar, Berliner Straße 40, 03303/403942, zu melden.(Von Helga Gerth)

Märkische Allgemeine vom 27. März 2008

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