Seit dieser Woche wird im Gotteshaus wieder gearbeitet

Dörrwalder benötigen für die Orgelpfeifen noch 8900 Euro

Die Generalüberholung der Teschner-Orgel in der Dörrwalder Kirche ist diese Woche in die heiße Phase getreten. Fachleute setzen die zahlreichen überholten Einzelteile wieder in den Orgelkasten ein. Doch die alten Holzpfeifen, die für den «Klang der Königin der Instrumente» unverzichtbar sind, warten noch auf ihre Überholung. Dafür fehlen noch knapp 9000 Euro.

Orgelkasten in der Dörrwalder Kirche 
Der Müllroser Orgelbauer Gaston Botz und sein Kollege füllen in diesen Tagen den Orgelkasten in der Dörrwalder Kirche mit dem restaurierten Innenleben der «Königin der Instrumente» auf.
Foto: Torsten Richter

«Das Holz ist schlicht und einfach völlig kaputt. Feuchtigkeit und Anobienbefall haben ihm gehörig zugesetzt. Der gute Klang ist längst dahin» , erklärt Orgelrestaurator Gaston Botz von der Müllroser Firma Sauer. Er spricht von den 74 Pfeifen, die dringend erneuert beziehungsweise ersetzt werden müssten. Zwei Holzarten seien dafür erforderlich. «Der Kern besteht aus Birnbaum, die Hülle hingegen aus Kiefer» , sagt Botz.

Bereits in diesen Tagen setzen die Fachmänner die restaurierte Mechanik in das Gehäuse ein. Installiert wurde schon der sogenannte Windlader, auf dem die Pfeifen stehen. Darüber hinaus konnte der Spieltisch komplettiert werden. Lediglich die Balganlage und die Pfeifen fehlen noch.

Nur provisorische Orgel

«Wir würden sehr gern den entsprechenden Auftrag auslösen, aber uns fehlt einfach das Geld» , erklärt Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert. Sie spricht von rund 8900 Euro, eine Summe, die zurzeit nicht vorhanden ist. Derzeit müssen die Dörrwalder mit den Klängen einer provisorischen Orgen Vorlieb nehmen.

Das Originalinstrument soll aber laut Lange-Seifert unbedingt in diesem Jahr noch spielen. Schließlich werde die Orgel 2008 bereits 140 Jahre alt. Die Pastorin hat sich den Heiligen Abend als «Wiedereinweihungstermin» gesetzt. «Wir sind dringend auf Spenden angewiesen» , erklärt Dorothee Lange-Seifert. So sollen Konzerte manchen Euro einspielen.

Darüber hinaus überlegt die Pfarrerin, Andachten für Radtouristen im Dörrwalder Gotteshaus anzubieten. Insgesamt seien an der Orgel bereits 53 000 Euro verbaut worden. «Wenn jetzt noch die fehlenden 8900 Euro für die Orgelpfeifen eintreffen, könnten diese innerhalb von drei bis vier Tagen eingesetzt werden» , rechnet die Pastorin vor.

Ohnehin erfreue sich das im Jahr 1767 entstandene Bauwerk eines regen Interesses. «Dieses Jahr finden dort drei Hochzeiten und zwei Taufen statt. Viele Leute aus der Großräschener Kernstadt kommen gern in unsere kleine Dorfkirche» , weiß Dorothee Lange-Seifert aus ihrer Erfahrung. Zwar gebe es keine funktionierenden Glocken, aber die Atmosphäre sei einfach super.

Wenn die Teschner-Orgel, von der es in der Region lediglich noch fünf Exemplare geben soll, wieder in Betrieb genommen werden kann, ist geplant, mit ihr die Kosten für die weitere Restauration des Altars einzuspielen. Nach Angaben des Pfarramtes sind dazu rund 10 000 Euro erforderlich. Anschließend soll die Sanierung der Kirche mit der Restauration der Emporen fortgeführt werden.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Dagegen ist der ursprünglich avisierte Wiederaufbau des Kirchturmes auf unbestimmte Zeit verschoben. «Leider ist der Vorsitzende der Stiftung, die Geld beisteuern wollte, verstorben. Die Erben haben an unserem Turm kein Interesse» , benennt Dorothee Lange-Seifert den Grund. Immerhin müsse eine Summe von ungefähr 500 000 Euro aufgebracht werden. Trotzdem geben die Dörrwalder ihren Turm noch lange nicht endgültig auf. «Manchmal geschehen eben auch Wunder» , sagt Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert.

Zum Thema: Spender gesucht

Für die vollständige Restaurierung der Dörrwalder Orgel fehlen noch knapp 9000 Euro. Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden: Kirchgemeinde Großräschen, Sparkasse Niederlausitz, Konto 3030005312, Verwendungszweck Dörrwalder Orgel.

Lausitzer Rundschau vom 10. April 2008

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