Evangelische Kirche eingerüstet

Biesenthal 
Trafen sich zum Baubeginn: der Pfarrer und Mitglieder des Gemeindekirchen-rates, der Biesenthaler Bürgermeister, der Amtsdirektor und die Architektin

Biesenthal (rn) Normalerweiser lädt die evangelische Kirche zum Gottesdienst oder zu Konzerten ein. Wenn sie aber, wie gestern Vormittag, zu einem Pressegespräch ruft, dann muss es einen besonderen Grund geben. Der war der Beginn eines der größten Sanierungsvorhaben in der Geschichte der Kirche. Für fast 750 000 Euro sollen Dach, Fassade und die Balkenkonstruktion im Dach und in der Decke erneuert werden. Damit will man alte Schäden in der Kirche beheben, deren Anfänge 100 Jahre und mehr zurückliegen, erläuterte Pfarrer Christoph Brust. Zuvor sei es der Kirchengemeinde in der Jahren 1970 bis 1985 unter schwierigen Bedingungen gelungen, den baulichen Zustand der Kirche zu erhalten.

Besonders erfreulich sei die Einbindung in die Stadtsanierung, so dass die Stadt zu einem Drittel der Kosten beiträgt. Ein weiteres Drittel steuern kirchliche Organisation und andere Spender bei, so dass etwa ein Drittel der Kosten von der evangelischen Gemeinde selbst aufgebracht werden muss.

Die Arbeiten begannen gestern mit dem Abnehmen der Dachziegel. Weil die Holzkonstruktion mit hochgiftigen Stoffen wie Lindan und DDT behandelt worden war, muss dabei größte Vorsicht walten. Wenn das Dach freigelegt ist, müsse erst alles gereinigt werden, bevor im ersten Bauabschnitt mit der Instandsetzung des Dachstuhls, der Reparatur von Mauerkrone und Gesims sowie mit dem Neueindecken des Daches mit Biberschwänzen begonnen werden kann. Die Kosten für diesen Bauabschnitt, der im Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein soll, belaufen sich auf rund 280 000 Euro.

Insgesamt werden die Arbeiten bis 2010 dauern. "Wir hoffen, dass sich eines Tages auch die Evangelische Kirche würdig in das denkmalgerecht sanierte Stadtbild Biesenthal einfügt", so Pfarrer Christoph Brust.

Märkische Oderzeitung vom 14. Mai 2008

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