Sanierung: Nach dem Turm folgt das Schiff

Arbeiten an der historischen Dorfkirche zu Bardenitz laufen nun im zweiten Bauabschnitt

Von Thomas Wachs

BARDENITZ An der Dorfkirche zu Bardenitz haben jetzt weitere Sanierungsarbeiten begonnen. Der um das Jahr 1250 errichtete Backsteinbau soll in mehreren Jahresscheiben und drei Bauabschnitten komplett saniert werden. Die rund 108 000 Euro teuren Arbeiten am Turm wurden bereits im Jahr 2007 erledigt.

Im zweiten Bauabschnitt läuft nun die Hüllensanierung des Kirchenschiffes, des Chores und der Apsis. Zunächst wird der Dachstuhl überarbeitet. Marode Balken und schadhafte Verbindungen sowie die Auflagebalken im Traufbereich werden dabei erneuert.

Danach wird das Dach mit neuen "Biberschwänzen" eingedeckt. Die Ziegel fanden bereits beim Turm Verwendung. Zudem erfolgen an der Fassade Ausbesserungsarbeiten, berichtet Wolfgang Schwarz vom Büro IBS aus Treuenbrietzen. Der Architekt begleitet wie schon am Turm die Arbeiten an dem historischen Gemäuer als Bauleiter.

Wie er erläutert, werden schadhafte Steine durch neue ersetzt, die wegen ihrer speziellen Form und Güte eigens von einer Ziegelei hergestellt werden müssen. Immerhin fanden damals beim Kirchenbau zwei unterschiedliche Größen Verwendung, erzählt der Bauleiter.

Er hat zudem eine kleine Besonderheit entdeckt. Wie bereits an der Marienkirche zu Treuenbrietzen finden sich auch in Bardenitz sogenannte Näpfchensteine mit kleinen Mulden. Stets in der Nähe von Eingängen zu finden, waren sie einstmals wohl von Kirchgängern ausgehöhlt worden, die darin offenbar kleine Münzen gedreht und die Steine so abgeschmirgelt haben. Bei den Arbeiten werden zudem die Faschen an Fenstern und Türen in ihrer ursprünglichen Gestalt hergerichtet.

Wolfgang Schwarz rechnet damit, dass die mit Baukosten von 188 000 Euro kalkulierten Arbeiten im September abgeschlossen werden können.

Das Geld für die Finanzierung auch des zweiten Bauabschnittes kommt aus verschiedenen Quellen, erläutert die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Roswitha Briese. So fließen 84 000 Euro über das Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, das den Bau in den "Staatskirchenvertrag" aufgenommen hat. Zudem steuern die Landeskirche 37 600 Euro, der Kirchenkreis Niederer Fläming 26 000 Euro und die Kirchengemeinde Bardenitz 20 400 Euro bei. Jeweils 10 000 Euro flossen als Zuschuss von der Sparkasse sowie vom Landkreis.

Märkische Allgemeine vom 14. Juni 2008

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