SANIERUNG: Noch sind Wünsche offen

Köpernitzer setzen auf Fortgang der Reparaturarbeiten des Gotteshauses

Köpernitz 
Ort der Stille und Einkehr: In Köpernitz steht ein sehr ansehnliches Gotteshaus.
FOTO: HEIKE SCHULZE

KÖPERNITZ - Köpernitz, Buckau und Rottstock liegen idyllisch an den Ausläufern des Flämings. Sie gehören zum südlichen Teil des Kirchspiels Ziesar. Wenn man auf der B 107 von Ziesar nach Görzke fährt, grüßen die Türme von weitem und vermitteln dörfliche Harmonie. In den drei Dörfern bemühen sich die Kirchengemeinden sowie heimatverbundene Einwohner um den Erhalt ihrer Kirchen. Die Kirche soll schließlich im Dorf bleiben.

Köpernitz erlebte am 14. Januar 1945 einen schlimmen Tag. Da wurde der Personenzug auf seiner Fahrt nach Görzke von Tieffliegern beschossen. Eine Mitreisende aus Görzke erinnerte sich und zwei Köpernitzer Zeitzeugen bestätigten, dass drei Fahrgäste an den Folgen starben und mehrere Reisende verletzt wurden.

Daneben hatten einige Gebäude kleine Einschüsse. Die Kirche verlor dabei das runde Apsisfenster an der Ostseite. Einzelne Scheiben hatten bis vor einigen Jahren noch Einschusslöcher. Die danach eindringende Nässe verursachte den Schwammbefall der Kirche. Aber trotzdem blieb die Kirche im Dorf und bildet mit dem Dorfplatz den Mittelpunkt der Gemeinde. Seit 2000 wird sie bei gleichzeitig schrittweise laufender Sanierung von Kirchengemeinde und Kommune genutzt. Hier ziehen alle an einem Strang. 2002 wurde das vom Hausschwamm befallende Kirchendach erneuert.

Die Kosten von 57 014 Euro wurden durch einen angesparten und durch Spenden ergänzten Eigenanteil der Kirchengemeinde Köpernitz in Höhe von 26 820 Euro, die Dorferneuerungsmittel von 17 800 Euro sowie 2000 Euro Beihilfe der Kommune und 7500 Euro Zuwendung durch den Landkreis Potsdam Mittelmark gedeckt. So konnten das einsturzgefährdete Dach des Kirchenschiffes und das Turmdach gerettet werden.

Seitdem trifft sich die Kirchengemeinde wieder in ihrer Kirche zu Gottesdiensten, Konfirmationen, Trauungen und Taufen. 2006 wurden 9728 Euro für Putz- und Fußbodenarbeiten auf der Südseite des Kirchenschiffes aufgebracht. 2007 hofften die Köpernitzer vergebens auf die Fördermittel der Europäischen Union, die vom Amt Ziesar beantragt worden waren. Mit Hilfe des Kreises und der Kommune konnte 2007 dennoch mit insgesamt 2770 Euro ein kleiner Sanierungsschritt getätigt werden.

Kurz vor dem Weihnachtsfest gab es zwei Überraschungen. Der Turmbewohnerin, einer Schleiereule, spendierte das Umweltamt einen neuen Eulenkasten. Das seit dem Tieffliegerbeschuss zerstörte Fenster bekam ein neues bleiverglastes Fenster aus farbigem Antikglas. Als Fenstermotiv wurde das christliche Symbol einer herabfliegenden Taube im Strahlenkranz als Zeichen des Geistes gemeinsam von Vertretern der Köpernitzer Kirchengemeinde und kommunalen Abgeordneten erwählt.

In der Bibel (Mt 3,16) wird ausdrücklich der Heilige Geist in Beziehung zur Taube in dem Bericht über die Taufe Jesu gesetzt: "Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen."

Glasermeisterin Andrea Wilde aus Bellingen präsentiert mit dem Apsisfenster ihr Können. Auch 2008 geht die Sanierung der Kirche schrittweise weiter. In Kürze beginnt die Schwammsanierung der Sakristei, die mit Hilfe der Kommune und der Denkmalschutzbehörde des Landkreises realisiert wird. Außerdem wünschen sich die Köpernitzer die Fortsetzung der Sanierung des Innenraumes mit der Beseitigung des Hausschwammes unterhalb der Orgelempore, der Restaurierung der Apsis, die malermäßige Instandsetzung des Kirchenschiffes und des Eingangsbereiches.

Wer die Kirche besichtigen möchte, klingelt bei Wolfgang Kühn. Er wohnt rechts neben dem Kirchturm. (Von Siglinde Wendt)

Märkische Allgemeine vom 10. Juli 2008

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