Moderne Kunst trifft Geschichte

Von Silke Müller

Moderne Kunst trifft Geschichte 

Gusow (MOZ) Landrat Gernot Schmidt und der Geschäftsführer des Freundeskreises Alte Kirchen Bernd Janowski haben gestern die 2. Kirchen-Kunst-Route eröffnet. Acht Künstler stellen dabei bis zum Tag des offenen Denkmals im September ihre Arbeiten in acht Kirchen im Oderbruch aus. Geöffnet ist täglich von 11 bis 17 Uhr.

Bernd Janowski betonte, dass gerade evangelische Kirchen und deren Räume erst durch die Arbeit der Kirchgemeinden ihren wirklichen Sinn finden. Deshalb sei es für ihn kein Widerspruch, wenn aktuelle Kunst für eine Zeit auf Kirchenkunst treffe, die im Kirchenraum ihren festen Platz und feste Zweckbestimmung habe. "Im Gegenteil: So kann es gelingen, Menschen, die sonst nicht in eine Kirche gehen würden, wieder an diese Orte zu führen und auf sie aufmerksam zu machen." Kunstprojekte sieht Bernd Janowski als Nutzungserweiterung für Kirchen an, so wie es andernorts mit Konzerten oder Kino in der Kirche versucht wird. "Wenn auf diese Weise auch Nicht-Kirchgänger ein Interesse finden, alte Kirchen zu bewahren, dann ist das ein toller Nebeneffekt." Landrat Gernot Schmidt pflichtete dem bei. In Märkisch-Oderland, insbesondere im Oderbruch, fänden sich nicht nur einfach hochbetagte Kirchengebäude. Sie seien zudem auch kulturhistorisch wertvoll, böten eine Menge zu sehen und zu entdecken. Dies zu bewahren sei im Sinne aller.

Die Kirchen-Kunst-Route, die die Kirchen Gusow, Neuhardenberg, Altfriedland, Neutrebbin, Bliesdorf, Sietzing, Ortwig und Kienitz umfasst, konnte bei einer Rundfahrt an zwei Orten nicht besucht werden: In Neuhardenberg wurde zeitgleich ein Konzert gegeben, in Kienitz hat sich der Künstler beim Aufbau seiner Skulptur so sehr verletzt, dass der Aufbau unterbrochen werden musste. Binnen einer Woche soll das nun nachgeholt werden.

Märkische Oderzeitung vom 14. Juli 2008

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