Keller ist in Lindow angekommen

Manfred Gaetke schätzt die Stadt und dringt doch auf eine Stimme für sein Dorf im Kommunalparlament

Von Reinhard Düsterhöft

Manfred Gaetke lebt seit 31 Jahren in Keller 
Manfred Gaetke lebt seit 31 Jahren in Keller. In dieser Zeit hat er als langjähriger stellvertretender Bürgermeister und später als Ortsbürgermeister erfolgreich agiert.
Foto: Düsterhöft

KELLER Manfred Gaetke lenkt seit 1994 als (Orts) Bürgermeister die Geschicke von Keller. Jetzt richtet sich der 67-Jährige auf eine vierte Wahlperiode in dem 170 Einwohner zählenden Lindower Ortsteil ein.

Seine Kandidatur für der Ortsbeirat und die Stadtverordnetenversammlung hat Gaetke bereits angekündigt (RA berichtete). Der Kelleraner ist Spitzenkandidat dei Wählergemeinschaft Lindow Land, zu deren Mitbegründern er gehörte. Er habe festgestellt, dass die etablierter Parteien auf dem Lande "nicht so den großen Zuspruch finden". Das habe ihn seinerzeit bewogen, mit Gleichgesinnten die Wählergemeinschaft ins Leben rufen.

Seit 2002 gehört das Dorf als Ortsteil zu Lindow. Gaetke käme nie auf die Idee, mit der damaligen Entscheidung zu hadern. "Wir sind gut in Lindow angekommen", lautet sein kommunalpolitisches Resümee. Sofort nach der Eingemeindung sei damit begonnen worden, das Gemeindehaus zu bauen, welches dann 2003 eingeweiht wurde. Auch die Straße nach Rönnebeck wurde saniert.

Doch es gibt Projekte, die der Ortsbürgermeister zu einem guten Ende bringen möchte. Da sind noch rund 800 Meter der Landesstraße 22, die noch immer auf ihre Instandsetzung warten. Da ist die Kirche, die das Schmuckstück des Dorfes werden könnte, wenn Geld da wäre, sie in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Und da ist der Radweg, der vom Ortsausgang nach Lindow gebaut werden soll. Seit Jahren ein Dauerbrenner in der Kommunalpolitik.

"Man muss immer wieder aufwärmen, darf einfach nicht locker lassen", zeigt sich der Ortsbürgermeister optimistisch, dass die Projekte in den kommenden Jahren noch zu einem guten Ende gelangen. Diesen persönlichen Ehrgeiz will Gaetke für Keller im Stadtparlament einbringen. "Es nützt nichts, wenn andere über das Dorf entscheiden, wir müssen selber für uns sprechen", bringt er seine Überzeugung auf den Punkt. Die Ortsteile hätten wenig Geld für bestimmte Aufgaben und müssten daher darum kämpfen, dass nicht weiter "geknappst" wird.

Gaetke kann mit Blick auf seine langjährige Zeit als Dorfoberhaupt manchen Erfolg für sich reklamieren. Er habe auch auf Voraussetzungen aufbauen können, die sein Vorgänger im Amt, Horst Gutschmidt, geschaffen habe, merkt er an. Doch es sind nicht nur materielle Leistungen, die ihn heute mit Stolz auf sein Dorf blicken lassen.

"Wir haben hier nur zwei Häuser, in denen die Fensterläden nur am Wochenende auf gehen", sagt er. Alle Neubürger, die vor Jahren ihren Wohnsitz im Dorf genommen hätten, seien integriert. "Wir sind eine Dorfgemeinschaft", stellt der Ortsbürgermeister zufrieden fest. Dies zeige sich auch bei der Vorbereitung des traditionellen Dorffestes, das die Kelleraner wieder am 23. August feiern werden. "Wir können uns auf einen Stamm von Bürgern stützen, die sich dabei engagieren. Ohne die Hilfe der Familie Schmock beispielsweise wären wir ärmer", sagt Gaetke.

"Die Mühlen der Politik mahlen langsam"

Keller: Ortsbürgermeister Manfred Gaetke setzt sich weiter für die Kirche ein

Kirche in Keller   Kirche in Keller  
Kellers Kirche müsste dringend saniert werden. Doch dafür fehlt derzeit das Geld.
Fotos (2):Düsterhöft

KELLER (rd) "Ich will noch erleben, wie in unserem Gotteshaus die Glocken wieder läuten", sagt Manfred Gaetke (Lindow Land), Ortsbürgermeister von Keller. Seit Jahren laufen in dem 170-Seelen-Dorf Bemühungen, die barocke Kirche in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Im Zuge der Dorferneuerung gab es dafür etwas Geld. Doch die Summe reichte gerade, um die hölzerne Turmkonstruktion zu retten. Inzwischen hat sich ein Förderverein gegründet, der sich für die Sanierung der Kirche einsetzen will. Gaetke vertraut darauf, dass das Vorhaben im Zusammenwirken von Ortsbeirat und Kirchenleitung Schritt für Schritt umgesetzt werden kann. Kürzlich stoppte er zusammen mit Ortsbeiratsmitglied Dietmar Schade Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), um ihn um Unterstützung zu bitten. Schönbohm sagte zu, ließ aber seitdem noch nichts von sich hören. Gaetke bleibt dennoch zuversichtlich: "Die Mühlen der Politik mahlen langsam."

Ruppiner Anzeiger vom 15. August 2008

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