Die umfangreichen Arbeiten nähern sich ihrem Ende / Jetzt muss noch die Orgel auf Vordermann gebracht werden

Lohsas Kirche erstrahlt in frischer Schönheit

Schon von weitem ist der frisch gemalerte Kirchturm zu sehen. Er kündet den Lohsaern und ihren Gästen davon, dass die evangelische Kirche derzeit gründlich überholt wird und sich langsam ihrer Fertigstellung nähert. Von außen ist sie es schon. Die Rüstungen sind gefallen.

Lohsas evangelische Kirche ist wieder fit 
Lohsas evangelische Kirche ist wieder fit für die nächsten Jahrzehnte: Von außen am sichtbarsten die neue einheitliche Farbe nach barockem Vorbild und die frische Dacheindeckung.
Foto: Uwe Schulz

Nein, einen Einweihungstermin gibt es noch nicht. Gemeindekirchenrat Günter Wenk bedauert. Zum Tag des offenen Denkmals werde man die Kirche aber auf jeden Fall für Besucher öffnen, so viel ist sicher. Dann wird man sich davon überzeugen können, was alles in der Kirche gemacht wurde.

Unten erneuerte man vier hölzerne Säulen. Dass sogar zwei Säulen komplett neu eingezogen wurden, fällt dem Betrachter ebenso wenig auf wie der neue Anstrich der Wand hinter dem Altar. Günter Wenk weist dennoch daraufhin.

Doch die umfangreichsten Arbeiten erfolgten nicht unten im Kirchenschiff, sondern darüber im Gebälk und am Dach. Der Schwamm war weit in den Balken vorgedrungen. Das befallene Holz wurde großzügig ausgetauscht, darunter auch Deckenbalken. Das neue Holz ist gut getrocknet, um keine neue Feuchtigkeit ins Gebäude zu bringen und vor allem unbehandelt, um die Fledermäuse nicht zu schädigen, die bis zu den Arbeiten alljährlich im Dach ihr Sommerquartier bezogen und hoffentlich auch wiederkommen. In der Dachhaut befinden sich Einflugs öffnungen, unter dem First ist ein extra Holzsteg eingebaut worden, um Fledermausforschern einen leichteren Zugang zur Kolonie zu ermöglichen. Die frisch mit dem Lehm gefüllten Balkenzwischenräume darunter wurden mit einer Folie abgedeckt, auf die der Fledermauskot pladdern und auch leicht wieder beräumt werden kann.

Günter Wenk ist stolz auf das neue Dach. In Mörtel verlegt, an defizilen Stellen zusätzlich noch geklammert, sollen die Biberschwänze jetzt möglichst lange halten. Das gilt auch für die neugemauerten Auflager der Dachkonstruktion, den gegen weiteres Abdriften gesicherten Giebel. Eine Arbeit zog eine andere nach sich. Da das Gerüst einmal stand, nutzte man gleich die Chance, auch den Kirchturm neu zu streichen und das erst vor wenigen Jahren gedeckte Turmdach neu und ebenfalls in Mörtel zu verlegen. "Jetzt hat die Kirche ein einheitliches Antlitz", lobt Günter Wenk und betont den barocken Farbcharakter. Gleichwohl weiß die Gemeinde, dass es ohne die Fördermittelgeber und vor allem die Unterstützung ortsansässiger Firmen nie so weit gekommen wäre.

Auf dem Dachboden zeigt Wenk auf die Deckenbalken, die ausgetauscht werden mussten.

Hier oben steht auch der Orgelblasebalg. Dessen Ziegenleder ist spröde und an den am meisten belasteten Stellen löchrig geworden. Für dessen Aufarbeitung benötigt die Kirchgemeinde noch 5000 Euro. Der zum Blasebalg gehörende Motor soll schwingungsentkoppelt und schallisoliert werden. Die Orgel wartet noch auf die Reinigung und Wartung durch die Orgelbaufirma Eule. Und erst, wenn die Orgel spielt, soll die Kirche wieder in Betrieb gehen.

von Uwe Schulz

Lausitzer Rundschau vom 30. August 2008

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