DENKMAL: Schäden hinter idyllischer Fassade

Faule Schwelle und marodes Dach machen Kirche Grube zum Sanierungsfall / Reparatur 2010

GRUBE - Hübsch anzusehen ist die Dorfkirche in Grube. So ganz im Grünen gelegen leuchtet das Fachwerk geradezu in der Sonne. Doch die Idylle ist nicht perfekt. Durch ungünstige Witterungsverhältnisse bedingt hat es in der Konstruktion des Daches Verschiebungen gegeben. An der Nordseite hat sich im Traufbereich eine Fußpfette etwa 17 Zentimeter aus ihrem Auflager nach außen verschoben. Ein weiteres Abgleiten wurde durch eine Notsicherung verhindert, die Sanierung steht aber noch aus.

"Es hätte passieren können, dass das ganze Dach abrutscht", berichtet die Kirchenälteste Annette Schulze. Der Bauingenieurin ist es zu verdanken, dass es nicht zu diesem Unglück gekommen ist. Als bei einer Baubesichtigung bemerkt wurde, dass eine Wand feucht war, riet sie, den Schaden genauer unter die Lupe zu nehmen. Es zeigte sich, dass die Schwellen an diesen Stellen völlig durchgefault waren. Bei einer früheren Sanierung hatte man sie in Beton eingefasst, so dass Feuchtigkeit eindringen, aber nicht mehr abziehen konnte. Auch im Dach ist gewissermaßen der Wurm drin. Abgesehen von der aus dem Lot geratenen Stützkonstruktion ist der Sparrenabstand von 1,90 Meter zu groß. "Wir nehmen an, dass das Dach früher mit Reet gedeckt wurde. Da war das kein Problem", sagt Annette Schulze. Doch bei einer Biberschwanzeindeckung, wie sie jetzt wieder hergerichtet werden solle, müssten die Sparren eigentlich dichter zusammenliegen. Da dies technisch nicht möglich sei, würden nun dickere Dachlatten eingebaut um die Last aufzufangen.

All diese Korrekturen sind nötig, um die Kirche dauerhaft vor dem Verfall zu schützen. Nachdem sie Anfang dieses Jahres nur die ganz dringende Gebäudesicherung vornehmen ließen, haben sich die Mitglieder der Kirchengemeinde Grube die eigentliche Sanierung für das Jahr 2010 vorgenommen. Bis dahin hoffen sie, Fördertöpfe aufzutun, um die nicht unerhebliche Bausumme von 180 000 Euro aufbringen zu können. Außerdem ruft die Gemeinde zu einer Spendenaktion auf.

Sehenswert ist die Gruber Kirche übrigens auch im Innenraum. Ein richtiger Hingucker ist etwa der geschnitzte Flügelaltar mit plastischen Figuren, die die Leidensgeschichte Jesu auf dem Berg Golgatha darstellen. Er stammt noch aus der Zeit vor der Reformation und stand bereits im Vorgängerbau der heutigen Kirche. Vermutlich stifteten die von Quitzows den Schrein. Auch seine Flügeltüren sind übrigens bemalt. Sie stellt Szenen aus dem Neuen Testament dar. (Von Dorothea von Dahlen)

Märkische Allgemeine vom 20. September 2008

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