DENKMALSCHUTZ: Hilfe zur Selbsthilfe

Schecks für den Erhalt alter Kirchen in Ferchesar übergeben

FERCHESAR - Konzerte, Lesungen, Ausstellungen mit zahlreichen Veranstaltungen sorgen die Mitglieder der Fördervereine dafür, dass die Kirchen zu Stätten der Kultur werden. Außerdem soll so Geld für die Sanierung der Kirchen zusammenkommen. Allerdings können die Fördervereine bei allem Engagement die notwendigen Summen nicht aus eigener Kraft aufbringen. Deshalb unterstützt seit 2002 der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg jährlich ausgewählte Fördervereine in ihrem Bemühen um den Erhalt ihrer Gotteshäuser mit einem Startkapital von je 2500 Euro. Im vergangenen Jahr gehörte zu den mit einem Startkapital Bedachten der Förderverein zum Erhalt der Ferchesarer Dorfkirche.

Am Freitag waren die Ferchesarer Fördervereinsmitglieder um ihren Vorsitzenden Detlef Zemlin nun Gastgeber für die Übergabe des Startkapitals 2008, vorgenommen von Uwe Otzen vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Mit den Schecks in Höhe von je 2500 Euro wurden insgesamt fünf Fördervereine bedacht. Der festliche Akt mit Laudatio für jeden ausgezeichneten Förderverein, Scheckübergabe, musikalischer Umrahmung durch das Ensemble Collegium Musicum Rathenow und Andacht wurde von Gabriele Zieme eröffnet. Die Pfarrerin der evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland schilderte aus eigenen Erfahrungen heraus die Notwendigkeit eines breiten dörflichen Engagements für den Erhalt der Kirchen. Zu ihrer Kirchengemeinde mit 1500 Christen gehören 15 Dorfkirchen im Raum Nennhausen. Vor drei Jahren erstellte der Gemeindekirchenrat eine Prioritätenliste für Erhaltungsmaßnahmen. Dabei rutschte die Ferchesarer Dorfkirche auf einen hinteren Platz. Doch nicht alle Dorfbewohner wollten sich damit abfinden und gründeten vor zwei Jahren den Förderverein zum Erhalt ihrer Kirche.

Im evangelischen Kirchenkreis Nauen-Rathenow gibt es 102 Kirchen. Jede zweite Kirche sei in einem schlechten Zustand, schilderte Superintendent Thomas Tutzschke die Situation. Einer Studie zufolge, die der evangelische Kirchenkreis in Auftrag gegeben hat, sind für die Sanierungsarbeiten insgesamt 12,6 Millionen Euro notwendig.

Im Havelland gebe es mittlerweile 14 Fördervereine, die sich um den Erhalt der Kirchen in ihren Dörfern kümmern, unterstrich in einem Grußwort auf der Festveranstaltung der stellvertretende Landrat Roger Lewandowski. Sie würden mit ihrem Engagement nicht nur zum Erhalt denkmalgeschützter Bauwerke beitragen, sondern die Kirchen auch für vielfältige Begegnungen nutzen. Als Türme des Lebens bezeichnete die Kirchen Friedericke von Kirchbach, Pröpstin der Evangelischen Kirchen Berlin-Brandenburg/schlesische Oberlausitz. Deshalb hätten die Erbauer einst die Kirchen auch in der Mitte ihrer Dörfer errichtet, so die Pröpstin. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 23. September 2008

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