FEST: Das Wunder von Lübnitz

Familie sammelte für Sanierung der Dorfkirche, deren Wiedereröffnung jetzt gefeiert wird

LÜBNITZ - Wenn am Wochenende die Dorfkirche in Lübnitz wiedereröffnet wird, grenzt dies an ein Wunder. So sieht es Christian Bonte-Friedheim. Der Nachkomme derer von Lochow-Lübnitz, die seit 1602 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Eigentümer des Gutes waren, ist Initiator der Restaurierung der 800 Jahre alten Kirche.

Sonntag wird offiziell die Beendigung der Arbeiten am zweiten Bauabschnitt gefeiert. Allein dafür wurden 130 000 Euro aufgebracht.

Maßgeblichen Anteil daran hatte auch Sybille Friedheim, die seit Jahren alle Freunde und Bekannten aufforderte, an Stelle von Geschenken für die Renovierung der Kirche zu spenden. Sie wurde 1906 in Lübnitz geboren, ihre Mutter stammt aus Cammer, war eine von Broesigke. Sie wurde Säuglingsschwester und heiratete später den promovierten Landwirt Peter Friedheim, mit dem sie nach Vorpommern zog. Axel und Christian, die zwei Söhne des Ehepaars wurden geboren. Die Familie zog in den Westen, nur Sybilles Mutter blieb in Lübnitz, sie wollte an der Seite ihres Mannes an der Kirchenmauer beerdigt werden. Von der Mutter erbte Sybille von Lochow ihre Liebe zum Heimatdorf. Sie blieb ihm während der Teilung verbunden, hielt Kontakt zu Dorfbewohnern. Als sie aus der MAZ vom Zustand der Kirche erfuhr, beschloss die Familie aus Anlass ihres 100.Geburtstages eine große Spendensammlung zu beginnen. Mit großem Erfolg. Ein Freundeskreis der Lübnitzer Kirche wurde gegründet, ein Rundbrief erscheint regelmäßig. Der Erfolg wird bei einem Ernte-, Dorf- und Kirchenfest zu sehen sein. Sybille Friedheim kann es nicht mehr erleben, sie starb im Alter von 101 Jahren am 2. August in Berlin.

Fest am Sonntag, 11.30 Uhr, in der Kirche Lübnitz (Von Andreas Koska)

Märkische Allgemeine vom 02. Oktober 2008

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